Mariah Carey - The Adventures Of Mimi - Cover
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Mariah Carey The Adventures Of Mimi


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 165 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Währen da nicht die fragwürdigen Outfits des Stimmwunders, man könnte glatt behaupten, dass die Musik bei dieser Produktion im Vordergrund stünde.

Mariah Carey live in Concert erleben zu dürfen, gehört zu den ganz seltenen Ereignissen im Music Biz. Denn tägliches Singen und das viele Reisen schadet der 5-Oktaven-Stimme der erfolgreichsten Sängerin in der Popgeschichte (über 150 Millionen verkaufte Tonträger, 17 Nummer-1-Singles). Zudem zeigt sich Frau Carey auf der Bühne nicht gerade als Rampensau. Tanzen kann sie gar nicht und ihre Bewegungen haben die Anmut einer Wanderdüne, die sich in viel zu knappen Klamotten von einem zum anderen Ende der gigantischen Bühne schleicht. Einem Schelm wie Comedian Oliver Pocher rutschte auf jeden Fall nicht zu unrecht in einem Interview mit der Pop-Diva heraus, wie das englische Wort für „Presswurst“ lautet. Denn – um es ganz klar zu sagen – eine Sängerin mit diesen Erfolgen hat es nicht nötig in solchen Klamotten herumzulaufen, wie wir es während des ersten Drittels, ach was, eigentlich während der ganzen Zeit, auf der vorliegenden Live-DVD „The Adventures Of Mimi“ sehen dürfen bzw. müssen.

Weil Tourneen der Carey eine so rare Angelegenheit sind, macht die Veröffentlichung dieser DVD durchaus Sinn. Denn neben einem in High Definition/DTS Digital 5.1 Sound aufgezeichneten Konzertmitschnitt aus Anaheim, Kalifornien mit insgesamt 19 Songs, bekommt der Fan im wahrsten Sinne des Wortes tiefe Einblicke in das Leben der Sängerin. Da wäre zum einen eine Tour-Dokumentation, ein Kurzfilm von Kult-Regisseur Spike Lee („Lovers & Haters“), in dem sich die Diva selbst spielt, sowie jede Menge Behind-The-Scenes-Material.

„The Adventures Of Mimi“ kommt wie eine große, bunte Revue daher, in der die Songs fließend ineinander übergehen, ohne dass Mariah Carey großartig mit dem Publikum kommuniziert oder etwas Überraschendes macht. Das Liedmaterial aus inzwischen 17 Karrierejahren wurde so arrangiert, dass keiner der Songs die Chance hat, aus der Masse herauszustechen. Selbst Klassiker wie die Jackson-5-Coverversion „I’ll be there“ rauschen emotionsfrei vorbei oder werden vom Publikum nach Aufforderung nieder geplärrt (MC: „Can I have some loudness?“).

Komischerweise hält sich sogar der Bühnenbombast in Grenzen, obwohl Mariah Carey durchaus zu Kitsch neigt. Währen da nicht die fragwürdigen Outfits des Stimmwunders, man könnte glatt behaupten, dass die Musik bei dieser Produktion im Vordergrund stünde. Doch Frau Carey versucht mit Gewalt so sexy und jugendlich rüberzukommen wie ihre wesentlich jüngeren Konkurrentinnen. Das passt einfach nicht. Hier muss dringend ein Stilberater her!

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