Chingy - Hate It Or Love It - Cover
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Chingy Hate It Or Love It


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Chingy, Jung-Rapper, Schauspieler und Ludacris-Zögling aus St. Louis, meldet sich mit seinem vierten Album „Hate It Or Love“ auf dem DTP-Label (Disturbing Tha Peace) zurück, das er nach Streitigkeiten im Jahr 2004 verließ. Und schon nach kurzer Hördauer wird klar, die Rückkehr in den Schoß seiner alten Label-Familie, verbunden mit einem Vertriebsdeal mit Def Jam/Universal, hat sich voll ausgezahlt.

Zusammen mit den Albumgästen Rick Ross, Amerie, Steph Joes, Ludacris, Anthony Hamilton, Trey Songz und Bobby Valentino setzt der 27-Jährige seine Ankündigung um, ein reiferes und größeres Themenspektrum zu präsentieren, das sich nicht nur um Autos, Gangster, Drogen und Geld dreht (kurz: die ganze „Bling-Bling“-Scheiße, die keiner mehr hören kann). Diese klischeebeladenen Bestandteile eines jeden HipHop/Rap-Albums vermeidet Howard Bailey Junior, wie Chingy bürgerlich heißt, selbstverständlich nicht gänzlich, aber eine gewisse Reife kann den 14 Tracks nicht abgesprochen werden.

Doch Reife hin, Reife her, wenn die Musik langweilig oder gar schlecht ist und die Raps nichts taugen, ist für Chingy auch kein Blumentopf zu gewinnen. Doch diese Gefahr besteht bei „Hate It Or Love“ zu keiner Zeit. Es handelt sich um eine ausgewogene HipHop-Platte, die sich sowohl bei R&B als auch bei Old-School-Rap bedient. So wurde für die erste Singleauskopplung geschickt ein Duett mit der R&B-Sängerin Amerie gewählt („Fly like me“), das sich perfekt zwischen härteren Tracks wie dem Titelsong und smoothen Titeln wie dem Anthony-Hamilton-Duett „How we feel“ positioniert. Die stärksten Tracks des Albums sind aber definitiv „All aboard (ride it)“, „Roll on‚’em“ und „2 kool 2 dance“, die von Calvo Da Gr8, L.T. Moe und Dr. Dre produziert wurden. Es handelt sich dabei um Songs, die auf den ersten Anschein klassisch wirken, doch bei näherem Hinhören absolut frische Ideen in den Rhythmus- und Beat-Bau einbringen.

All das hat das aktuelle 50-Cent-Armutszeugnis „Curtis“ (2007) nicht zu bieten – und doch hängte es „Hate It Or Love“, das in den USA bereits Mitte Dezember 2007 erschien, in den Billboard Charts locker ab. Dort stieg es auf einem enttäuschenden Platz 84 ein und dümpelt nach drei Wochen weit außerhalb der Top 100 herum. Bitter.

Anspieltipps:

  • Roll on ’em
  • Fly like me
  • 2 kool 2 dance
  • Check my swag
  • Hate it or love it
  • All aboard (ride it)
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