Stanfour - Wild Life - Cover
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Stanfour Wild Life


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das komplette Album ist so rundgelutscht und frei von irgendwelchen Konturen im Songwriting, dass die Songs nur in kleinen Dosen genießbar sind.

Seit Ende letzten Jahres fegt ein Song durch die Playlisten deutscher Radiostationen, den man intuitiv einer amerikanischen „Radio-Rock-Band“ zuordnen würde. Die Melodie steht eindeutig im Vordergrund, die Gitarren sind so abgemischt, dass man gerade noch von Rockmusik sprechen kann, ohne die notwendige Radiokompatibilität aufs Spiel zu setzen und der Text ist so plakativ gehalten, dass ihn jeder verstehen und leicht behalten kann.

Diese Art von Songschreiben ist selbstverständlich eine Kunst für sich, auch wenn sie nicht von jedem gleichermaßen geschätzt wird. Das Überraschende an unserem Beispiel ist aber, dass besagter Track – „For all lovers“ – nicht von einer US-Kapelle stammt, sondern von einer deutschen Newcomerband. Diese firmiert unter dem Namen Stanfour und stammt von der nordfriesischen Insel Föhr. Angeführt wird die Gruppe von dem Brüderpaar Alexander und Konstantin Rethwisch, das seinen Fokus schon früh auf amerikanische Rockmusik legte und kurz nach der Schulzeit nach Los Angeles übersiedelte. Alex und Konstantin absolvierten ein Produzenten-Praktikum und steuern Songs zu TV-Filmen- und Serien bei. Mehr als drei Jahre gingen ins Land, dann waren endlich genügend Songs für die eigene Band fertig.

Das Stanfour-Debüt „Wild Life“ bietet 13 Songs, die unter Mithilfe von Songwritern wie Desmond Child (Bon Jovi, Aerosmith, Meat Loaf), Max Martin (Kelly Clarkson, P!nk, Bon Jovi), Andreas Carlsson (Britney Spears, Nick Lachey, Hilary Duff) und Tom Albrecht (Christina Stürmer, Jörn Schlönvoigt) entstanden. Abgemischt wurde das Album von Randy Staub, einem der gefragtesten Sound-Mixer in Sachen Rockmusik (Metallica, Avril Lavigne, Nickelback, Simple Plan) und herausgekommen ist genau das, was die erste Singleauskopplung andeutete: Kraftvoller Pop-Rock wie gemacht für das tägliche Radioprogramm.

Und damit wird auch das Dilemma von „Wild Life“ deutlich. Das komplette Album ist so rundgelutscht und frei von irgendwelchen Konturen im Songwriting, dass die Songs nur in kleinen Dosen genießbar sind, ansonsten drohen Bauchschmerzen, als hätte man eine ganze Sahnetorte alleine verdrückt. Abwechslungsreichtum scheint ebenfalls nicht die Stärke von Stanfour zu sein, denn bis auf wenige Ausnahmen baden die Songs in der immergleichen Klangfarbe. Und wenn es ganz arg kommt, klingen die Stücke wie eine Art Resteverwertung von Simple Plan („Wild life“), Bon Jovi „It’s my life“ („It’s not over“) oder dem Gitarrensound von aktuellem Album Kelly-Clarkson-Album („World of silence“). Hitpotenzial ist zwar eindeutig vorhanden („For all lovers“, „In your arms“, „Do it all“), doch auf Albumlänge ist der massentaugliche Breitwandsound der vier Norddeutschen nur schwer erträglich.

Anspieltipps:

  • Do it all
  • In your arms
  • For all lovers
  • Everything I am
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