Lenny Kravitz - It Is Time For A Love Revolution - Cover
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It Is Time For A Love Revolution


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 62 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als auf ein weiteres Greatest-Hits-Album zu warten.

Etwas unnahbar, fast ein wenig eingebildet, sitzt er da am Cover seines achten Studiowerkes nach dem weder kommerziell noch bei den Kritikern erfolgreichen „Baptism“ (05/2004). Vier Jahre hat sich Lenny Kravitz also Zeit gelassen um seine achte Platte „It is time for a love revolution“ mit vielen verschiedenen Zutaten zuzubereiten (Funk, Rock, Gospel, Soul) und selber abzuschmecken (Songwriting, Produzent, Arrangeur), damit am Ende doch nur ein überambitioniertes Rock-Album herauskommt, das zwar gute Ansätze beherbergt, aber schlicht und ergreifend eine kurz vorm Bersten stehende Kalorienbombe geworden ist. Schließlich hat es die Vorab-Single „I´ll be waiting“ als radiokonforme Balladenschnulze schon angedeutet, dass Herr Kravitz sich erneut als feinfühliger Frauenschwarm profilieren und etwaige Konkurrenz, die über die Jahre so anfällt, ausschalten will.

Ob er damit auf dem richtigen Kurs ist und die Doppel Platin-Erfolge von „Are you gonna go my way” (03/1993) und „5“ (05/1998) wiederholen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die erste Hälfte von „It is time for a love revolution“ durchaus gelungen ist und aufgrund des angezogenen Tempos auch wesentlich frischer und ausgewogener klingt als der schwächelnde hintere Teil der Platte. Als Einstieg präsentiert uns Lenny nämlich einen stampfenden Rock´n´Roller nach dem anderen („Love revolution“, „Bring it on“, „Love love love“), die sofort in Mark und Bein übergehen und möglichst laut genossen werden sollten. Dazwischen schmuggelt sich das behäbige „Good morning“ und die von Gospel-Chören und Streichern durchsetzte, an die 70er-gemahnende Hardrock-Ballade „If you want it“, die gegen Ende noch einmal so richtig aufdreht und bereits die durchwachsene zweite Hälfte einläutet.

Zwar ist das funkige „Will you marry me“ gut gemeint, leider verstrickt sich Kravitz hier in ewig gleiche Riff- und Akkordfolgen, die für den Song nicht gerade förderlich sind. Dann schon eher der mit Led Zeppelin-Gitarren durchsetzte Downtemposong „I love the rain“, allerdings fällt die Dramaturgie des Tracks trotz kraftvoller Darbietung Lennys durch fehlende Abwechslung etwas unter den Tisch. Ab hier liefert der Multiinstrumentalist nur mehr Dienst nach Vorschrift und sorgt gerade einmal mit einem schräg anmutenden Saxophon in „Dancin´ til dawn“ für Aufsehen, denn wirkliche Höhepunkte gibt es in den Schmachtfetzen „A long and sad goodbye“, „This moment is all there is“ und „A new door“ oder den Midtempo-Rockern „Back in Vietnam“ und „I want to go home“ so gut wie keine, wodurch sich die letzten 15 Minuten des eine Stunde langen Albums als reine Geduldsprobe herausstellen. Damit bleibt wohl nichts anderes übrig, als auf ein weiteres Greatest-Hits-Album zu warten, das aus den vorangegangenen, ebenfalls in ihrer Qualität stark schwankenden Werken, die Rosinen herauspickt und zu einer durchgehend überzeugenden Platte macht.

Anspieltipps:

  • Bring It On
  • If You Want It
  • Love Revolution

Dieser Artikel ging am um 10:26 Uhr online.
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