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Europe Hit Collection-Edition


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Heutzutage sind Europe-Titel wie „Let the good times rock“ vielen Menschen peinlich, die dazu in den 80er Jahren abgegangen sind wie Schmidts Katze.

Im Rahmen ihrer „Hit Collection” schickt SonyBMG zum Jahresende die nächste Tranche kostengünstiger Best-Of-Sammlungen ins Rennen. Die Silberlinge mit Hits nationaler und internationaler Acts versammeln jeweils eine Auswahl von Songs, die Künstler wie zum Beispiel Santana, Meat Loaf, Judas Priest, Paul Young, The Hooters und – wie im vorliegenden Fall die schwedische Hardrockband Europe – zu der Zeit aufgenommen haben, als sie bei SonyBMG bzw. den Sublabels RCA, Epic und Columbia unter Vertrag standen. Einen Anspruch auf Vollständigkeit gibt es deshalb nicht. Einen passablen Einblick für wenig Geld können die „Hit Collections“ dennoch vermitteln.

Die Erfolgsgeschichte von Europe beginnt mit dem Album „The Final Countdown“ aus dem Jahr 1986. Zuvor veröffentlichten die Schweden bereits ihr selbstbetiteltes Debüt (1983) und den Nachfolger „Wings Of Tomorrow“ (1984). Aus kommerzieller Sicht war „The Final Countdown“ mit der gleichnamigen Single eine Art Rentenversicherung für die Band. Mit den Einnahmen sollte zumindest Hauptsongwriter und Sänger Joey Tempest bis zu seinem Lebensende ausgesorgt haben – auch wenn ihm und seiner Band nie wieder ein vergleichbarer Hit gelang. Dafür waren Alben wie „Out Of This World“ (1988) und „Prisoners In Paradise“ (1991) künstlerisch wertvoller.

Mit „Prisoners In Paradise“ endet auch die „Hit Collection” von und mit Europe für SonyBMG. Joey Tempest begann eine bis dato drei Alben umfassende Solokarriere, die zumindest mit „A Place To Call Home“ (1995) ein echtes Sahnestück hervorbrachte, der Rest der Bandmitglieder versuchte sich ebenfalls solo oder in neuen Band-Projekten. Erst im Jahr 2004 feierten Europe ihr umjubeltes Comeback, das sich verstärkt auf ihre Wurzeln der frühen 80er Jahre besann, ohne das Gespür für eingängige Melodien und Hooks vermissen zu lassen.

Wie gesagt, befasst sich die 13 Songs umfassende „Hit Collection“ hauptsächlich mit der Phase zwischen 1986 und 1988. Lediglich der Titel „Open your heart“ stammt aus dem Jahr 1984 und „I’ll cry for you“ datiert aus 1991. Als Opener fungiert natürlich DIE Hymne der 80er Jahre: „The final countdown“, gefolgt von diversen Album-Highlights und Singleauskopplungen wie „Carrie“ und „Rock the night“. Mehr braucht es im Prinzip nicht, um die Band Europe kennen zu lernen. Sie definierte eine neue Form des Hardrock, der so poppig war wie nie zuvor. Davon konnten später selbst Bands wie Bon Jovi oder die Scorpions lernen. Zuckersüße Kitschballaden wie „Carrie“ und Stadion-Hymnen wie „Rock the night“ sind seitdem der Inbegriff für 80er-Jahre-Rockmusik, die plötzlich ganz vorne in den Charts stattfand und im Radio gespielt wurde.

Heutzutage sind Europe-Titel wie „Let the good times rock“ vielen Menschen peinlich, die dazu in den 80er Jahren abgegangen sind wie Schmidts Katze. Doch warum nicht zu seiner Vergangenheit stehen und anerkennen, dass Joey Tempest ein begnadeter Songschreiber war und ist? Denn nach Melodien wie in „Cherokee“ würden sich „zeitgemäße“ Songschreiber aus der hart-rockenden Sparte wie ein gewisser Tobias Sammet (Edguy- und Avantasia-Mastermind) bestimmt auch heute noch die Finger lecken.

Anspieltipps:

  • Carrie
  • Tomorrow
  • Coast to coast
  • Rock the night
  • The final countdown
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