Kings Of Convenience - Quiet Is The New Loud - Cover
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Kings Of Convenience Quiet Is The New Loud


  • Label: Source/EMI
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer mit „Simon & Garfunkel“ verglichen wird muss doch fantastisch sein. Wer sind diese jungen Götter mit Namen Eric Glambek Boe und Erland Oye aus Norwegen. (Fast) Nur mit Akustikgitarren bewaffnet verwöhnen sie den Hörer mit Kost, die so manchem Kritiker den Atem genommen hat. Hier ist man vorerst skeptisch in einer Zeit wo jede zweite Band aus den Charts als Rock/Pop-Wunder dargestellt wird. Da wird das Songwriting der beiden Skandinavier doch erstmal näher unter die Lupe genommen.

Tatsächlich ist die LP von Beginn an textlich sehr dicht, aber letztendlich dreht es sich in den anrührenden Texten doch nur um „du und ich“ oder „eine Person, über die ich jetzt ganz dringend etwas singen muss“. Nicht falsch verstehen! Aber durch die textliche Eindimensionalität und durch den einschränkenden Gebrauch der zwei Gitarren kommt doch manchmal Langeweile auf. Immer wenn ein Schlagzeug oder ein Bass die Geschichte unterlegen wird die Angelegenheit gleich um ein doppeltes hörenswerter. Überhaupt, warum wird hier gar nicht auf die einzelnen Songs eingegangen? Drücken wir uns mal so aus: Es gibt keinen Song der wirklich heraus sticht und keinen, der wirklich unter Niveau des Restes liegt. Die Musik von Oye und Boe stagniert. Garantiert wunderschön zum Anhören am Kaminfeuer oder beim gemütlichen Beisammensein, aber keine CD, die bettelt im Player gelassen zu werden.

Wer sich eine Alternative auf Coldplay, Keane und dergleichen eingestellt hat wird enttäuscht. Das ist auch nicht schlimm, da die Norweger ja wie „Simon & Garfunkel“ klingen sollen und nicht wie Britpopper. Aber das Duo aus den Staaten ist gerade deshalb berühmt geworden, weil sie gemerkt haben, dass man schon eine Menge mit den Gitarren anfangen muss. Immer nur einfühlsamer Gesang, so schön er auch ist, reicht nicht um auf Dauer zu unterhalten. Der heiße Tipp aus Skandinavien dient dann doch eher mit kühlen Lüftchen und viel zu wenig Kanten. Verzweifelt hält man sich an Piano-, Streicher-, Bass- und Drumeinsätzen fest, aber das ist schlichtweg zu wenig.

Anspieltipps:

  • Toxic Girl
  • Little Kids

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