Will Hoge - Draw The Curtains - Cover
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Will Hoge Draw The Curtains


  • Label: Rykodisc/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Songs klingen durchweg authentisch und haben jede Menge Seele, als ob Will Hoge bei den Aufnahmen keinerlei Kompromisse eingehen musste.

Will Hoge, Singer/Songwriter aus Nashville, legt mit „Draw The Curtains” sein inzwischen viertes Studioalbum vor, das zum wiederholten Male mit qualitativ hochwertigen und sehr eingängigen Songs ausgestattet, fast die gesamte Bandbreite des amerikanischen Roots-Rock abdeckt. Doch anstatt mit stilistisch verwandten Kollegen wie Dan Baird, John Mellencamp, Steve Earle, Ryan Adams und Bruce Springsteen in einem Atemzug genannt zu werden, fristet der Songwriter ein Schattendasein als Geheimtipp, der seinen wahrscheinlich recht gut dotierten Major-Deal mit Atlantic Records freiwillig gegen einen Indie-Vertag zurückgegeben hat. Sachen gibt’s…

Seinen Indie-Status wird Will Hoge auch mit diesem Album beibehalten. Aber nicht weil es für ein breites Publikum nicht geeignet ist. Ganz im Gegenteil! Die zehn Songs von „Draw The Curtains” zählen zu den bemerkenswertesten Singer/Songwriter-Outputs des Jahres. Doch mit einem Veröffentlichungstermin Ende Dezember ist es längst zu spät für die Polls und Jahresauswertungen 2007. Und im Januar rollen schon die ersten wichtigen 2008er-Releases auf Presse und Plattenkäufer zu. Da ist die Gefahr groß, dass ein Kleinod wie dieses schlicht und einfach untergeht. Und das wäre verdammt schade!

Deshalb tun wir an dieser Stelle noch mal unser Bestes und empfehlen dieses Album, das so ungewöhnlich beginnt. Denn als Opener wartet nicht der üblich verdächtige „Hallo, bitte aufwachen!“-Rocksong (der folgt erst an zweiter Stelle), sondern mit „When can I afford to lose“ eine herzerweichende Ballade, die instrumental aus dem Vollen schöpft (Piano, Cello, Mundharmonika, Akustikgitarre, Harfe), von Minute zu Minute wächst und getrost als absolute Gänsehautnummer durchgeht.

Überhaupt funktionieren akustisch angehauchte Stücke wie „Silver or gold“ (im The-Black-Crowes-Stil!) noch einen Tick besser als elektrifizierte Rocker wie „These were the days“ oder „Midnight parade“. Denn Will Hoge und seine Band verstehen sich besonders auf atmosphärische Songs im Country-, Blues- und Folk-Mantel („I’m sorry now“, „Washed by the water“), die sich mit eingängigen Ohrwürmern wie „Sex, lies and money“ abwechseln. Die Ansammlung ist dabei perfekt ausbalanciert, nie einseitig und stellt die genau richtige Mischung aus kitschfreien Balladen und erdigen Rockern dar. Die Songs klingen durchweg authentisch und haben jede Menge Seele, als ob Will Hoge bei den Aufnahmen keinerlei Kompromisse eingehen musste – vermutlich der größte Verzug für Musiker, die keinen Major-Deal besitzen.

Anspieltipps:

  • Silver or gold
  • I’m sorry now
  • Sex, lies and money
  • Washed by the water
  • When can I afford to lose
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