JJ Cale - Rewind: Unreleased Recordings - Cover
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JJ Cale Rewind: Unreleased Recordings


  • Label: Rounder/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Rewind: Unreleased Recordings“ ist eine Platte, die hauptsächlich die beinharten Fans von Mr. Cale anspricht.

Nicht nur Bob Dylan ist bekannt dafür, dass eine Vielzahl seiner Songs in den Versionen anderer Künstler zu weltweiten Single-Hits wurden. Auch JJ Cale, der im Jahr 2008 seinen 70. Geburtstag feiert, ist einer dieser hochangesehen Musiker, die im Prinzip keine persönlichen Chart-Hits haben, aber durch Coverversionen u.a. von Lynyrd Skynard, Santana, Johnny Cash und vor allem Eric Clapton soviel Tantiemen kassieren, dass sie eigentlich keine eigenen Platten mehr aufnehmen müssten. Doch was ein echter Songwriter ist, der schreibt immer weiter und weiter, auch wenn nicht alles das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Was dabei alles so liegen bleibt, erfahren wir nun anhand des vorliegenden Albums.

Ein stattlicher Haufen „oller Kamellen”, sprich Songs, die zwischen 1973 und 1983 aufgenommen, aber nie für die in dieser Dekade entstandenen Studioalben (immerhin vier an der Zahl) verwendet wurden, sind auf „Rewind” zu hören. Insgesamt handelt es sich um 14 Fundstücke, darunter sechs Coverversionen aus den Federn von Eric Clapton („Golden ring”), Randy Newman („Rollin’”), Waylon Jennings („Waymore‘s blues”), Leon Russell („My cricket”), Christine Lakeland („Seven day woman”) und Bill Boatman („Blue Sunday”), die den Fans des amerikanischen Singer/Songwriters aus Tulsa, Oklahoma kredenzt werden.

Natürlich tragen sämtliche Stücke die typischen Cale-Markenzeichen seines „Tulsa“-Sounds, der diverse amerikanische Stilarten wie Blues, Folk und Country zu einem einzigartigen „laid back“ Americana-Klang verbindet. Viel länger als drei Minuten braucht Cale dabei nicht, um auf den Punkt zu kommen und alles zu sagen. Auch das ist eine kennzeichnende Eigenart im Songwriting des Amerikaners. Eine weitere Besonderheit der vorliegenden Aufnahmen ist der streckenweise etwas eigenartige Keyboard-Sound, der natürlich auf die musikalischen Sitten und Gebräuche in den frühen 80er Jahren zurückzuführen ist. Aber zu dieser Zeit litten ja nicht gerade wenige (auch gestandene) Musiker an Geschmacksverirrungen, die sich im Zusammenhang mit JJ Cale noch harmlos ausnehmen. Und die paar Keyboard-Sprengsel fallen eh kaum auf.

„Rewind: Unreleased Recordings“ ist eine Platte, die hauptsächlich die beinharten Fans von Mr. Cale anspricht. Denn Hits sucht man auf ihr vergebens und die ungewöhnlich vielen Coverversionen sind auch nicht mehr als nett anzuhören. Insgesamt wäre es zwar nicht richtig, von schwachen Songs zu sprechen, aber Meisterwerke hören sich halt auch anders an. Wobei, zwei, drei Perlen wie „Out of style“, „Guess I lose“ und „My baby and me“ hat auch dieses Album zu bieten. Sonst wäre es auch keine echte Cale-Platte.

Anspieltipps:

  • Bluebird
  • Oh la la
  • Guess I lose
  • Golden ring
  • My baby and me
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