British Sea Power - Do You Like Rock Music - Cover
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British Sea Power Do You Like Rock Music


  • Label: Beggars/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Seichtheit stehen immer wieder erfrischende Ausbrüche entgegen, so dass unter dem Strich ein gutes, aber nicht unbändig kreatives BSP-Album in die Läden wandert.

British Sea Power aus Brighton sind nicht nur durch Fans wie Lou Reed, Radiohead, David Bowie und Jarvis Cocker aus dem Status des absoluten Geheimtipps herausgewachsen. Ihre Liveshows und die bisherigen zwei Alben brachten der 2000 gegründeten Band viel Lob ein und damit will erst einmal umgegangen sein, wenn man noch dazu 2002 zur besten neuen Band auf dem Reading Festival gewählt wurde und Supportslots für die Flaming Lips, Interpol und Pulp in der Historie stehen. Mit dem dritten Album „Do You Like Rock Music?“ besuchten British Sea Power für die Aufnahmen so unterschiedliche Länder wie Tschechien und Kanada, sowie die britische Festung Tregantle. Musikalisch macht man es sich genau so zwischen den Stühlen gemütlich wie bei der Wahl der Aufnahmeorte. Der größte gemeinsame Nenner ist ausgefeilte Rockmusik, die gleichermaßen mit schwebender Wehmut und Hymnensicherheit sowie noisigen Elementen umgeht.

Der beschwörende Opener „All In It“, welcher mit Kirchenorgeln und stampfender Dramatik daherkommt, bietet einen feierlichen Auftakt, der von verzerrten Gitarren-Effekten beendet in „Lights Out For Darker Skies“ übergeht. Dort sorgen melodisch einschneidende Gitarren und der pathetische Gesang für einen dunklen, doch auch tanzbar euphorischen Touch. Die Harmonien brennen sich in den Kopf, auch wenn das Hymnische gelegentlich die Nerven überbeansprucht. Stadion-Rock in Indie-Kreisen wurde ja schon immer heiß diskutiert und so wird es British Sea Power nun auch mit „Do You Like Rock Music“ gehen, das textlich mit Themen aus der Fussball-Fanwelt („Waving Flags“) oder über die Vogelgrippe („Canvey Island“) einige Brücken schlagen muss. Das gelingt nicht immer, genau wie das musikalische Konzept hier und da zu sehr in Richtung U2/Coldplay-Breitband-Format schielt.

Doch auch wenn beispielsweise „Waving Flags“ mit Synthie- sowie Chor-Fanfaren jede Menge Pathos auslebt, kommt man an der Dringlichkeit nur schwer vorbei und erfreut sich als Ausgleich für die dick aufgetragenen Etappen an der lärmenden Feedback-Attacke bei „Atom“ oder an dem wunderschön zweifelnden „No Need To Cry“, das sich mit tänzelnden Percussions trotz der Schwermut eine angenehme Leichtigkeit erarbeitet. Der Seichtheit stehen immer wieder erfrischende Ausbrüche entgegen, so dass unter dem Strich ein gutes, aber nicht unbändig kreatives British Sea Power-Album in die Läden wandert.

Anspieltipps:

  • Waving Flags
  • The Great Skua
  • Atom
  • No Need To Cry

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