Dr. Dog - We All Belong - Cover
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Dr. Dog We All Belong


  • Label: Park The Van/CARGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Dr. Dog aus Philadelphia musizieren seit rund sechs Jahren und machen es sich in ihrem Sixties-Pop mit psychedelischer Note gemütlich, was My Morning Jacket-Sänger Jim James überzeugte und Dr. Dog eine gemeinsame Tour in 2004 einbrachte. Das Album „Easy Beat“ aus 2005 ließ vielfach positive Stimmen der Kritiker aufkommen und so steigerte sich die Vorfreude auf den Langspiel-Nachfolger, welcher „We All Belong“ heißt und in den USA bereits im Februar 2007 erschienen ist. Hierzulande verschob sich die Veröffentlichung einige Male, was allerdings nicht mit der Qualität zu tun haben dürfte. Dafür sind Dr. Dog einfach zu gut und eigenständig, um nicht offensiv mit ihren Fähigkeiten und dem Hit-Appeal umgehen zu können. Touren mit Clap Your Hands Say Yeah und den Strokes haben das unter Beweis gestellt, was der Rolling Stone mit den Worten „Matches The Shins with smart, retro psych rock.“ beschrieb und nun überaus lustvoll den deutschen Markt beackern soll.

Beim eigentlichen Opener „My Old Ways“ dümpelt das Piano wunderbar lässig zum Sixties-Pop und lässt es sich nicht nehmen, auch kurvenreiche Umwege zu beschreiten, um im Laufe des Songs von einschneidenden Gitarren und enthusiastischen Chor-Gesängen in Empfang genommen zu werden. Niemals allzu glatt gebügelt, sondern eher mit Lofi-Charme gesegnet, dennoch über große Melodien verfügend tönen Dr. Dog zwar retrolastig, übertreiben diesen Zustand aber nie, sondern transportieren diese Eigenschaft ins Jetzt. „Keep A Friend“ schaut im Soul vorbei und überzeugt ebenfalls mit teils verzweifeltem, teils feierlichem Gesang, der nicht selten in einschmeichelnden Chören endet. Schräg erscheinen die Kuhglocke und die vermeintlich stümperhaften Schrei-Einlagen im eingängigen Kontext von „The Girl“, das sich günstigerweise nicht in diesem ausruht, stattdessen mit Disharmonie und spontanen Wendungen die Dringlichkeit weiter erhöht.

Die Bongos und das südamerikanische Flair bei „Weekend“ kommen mittig im Verlauf der Platte genau recht, um eine abgehangene Pause einzulegen. Obwohl von Hektik auf „We All Belong“ nicht wirklich die Rede sein kann, verbünden sich die plötzlichen Wendungen und die gelegentlich auftretende schrille Ausdrucksform zu einem kratzigen Konstrukt, das man zwischen leichtfüßigem Sixties-Pop erst einmal verdauen muss. Für Psychedelic-Freunde sicherlich ein Genuss, doch für den gemeinen Indie-Hörer von Zeit zu Zeit eine Herausforderung. Die Grundrichtung bleibt jedoch großartig und stets mit der nötigen Spannung versehen, um auch nach zehnmaligem Hören noch der Lust zu verfallen, diesen kauzigen Bastard mit dem größten gemeinsamen Nenner Indie-Pop detailverliebt aufzunehmen.

Anspieltipps:

  • My Old Ways
  • Girl
  • Ain't It Strange
  • The Way The Lazy Do

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