Sambassadeur - Migration - Cover
Große Ansicht

Sambassadeur Migration


  • Label: Labrador/Broken Silence
  • Laufzeit: 35 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die junge Indie-Pop-Band Sambassadeur aus Schweden legt mit „Migration“ ihr zweites Studioalbum vor. Wie schon auf dem selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 2005, verbinden die vier Musiker aus Skövde minimalistischen LoFi/Home-Recording-Sound mit melodietrunkenen 3-Minuten-Kompositionen und einem typisch schwedischen Pop-Appeal. Schubladisierungen in Richtung „Quit is the new Loud“ dürfen dagegen endgültig zu den Akten gelegt werden. Sambassadeur sind nämlich weder besonders leise, noch machen sie übertrieben auf melancholisch, wobei Sängerin Anna Persson bei der Beach-Boys-Coverversion (!) „Fallin’ in love“ verdächtig nach Christa „Nico“ Päffgen, bekannt von The Velvet Underground, klingt. Und wenn man ehrlich ist, hat auch der LoFi-Sound nachgelassen. Denn in Sachen Instrumentierung greifen die Schweden diesmal in die Vollen und fahren Streicher, Bläser und große Chöre auf. Und siehe da: auch das steht dieser Band ganz hervorragend zu Gesicht.

„Migration“ – betreut von Produzent Mattias Glavå (u.a. Dungen, Granada, Broder Daniel, Håkan Hellström) – ist mit einer großen Portion Sommer/Sonne/Gute-Laune-Feeling ausgestattet, die sich durch das gesamte Album zieht und selbst vor den Balladen keinen Halt macht. Irgendwo scheint immer ein kleiner Sonnenstrahl hindurch, auch wenn der kompositorische Ansatz im ersten Augenblick eher düster ausgerichtet ist. Dennoch benötigt das Album ein paar Durchläufe, um wachsen zu können – auch wenn es nur 35 Minuten lang ist.

Möchte man das Album zuerst nach guter, alter Vinyl-Sitte in A- und B-Seite aufteilen, weil sich die zweite Hälfte der insgesamt neun Songs nur scheinbar von der ersten unterscheidet, fällt spätestens nach drei, vier Hördurchgängen auf, wie gut hier alles zusammenpasst. Da sind diese unschuldigen Popsongs, die zum fröhlichen Mitpfeifen einladen („The park“, „Subtle changes“, „That town“), das schon erwähnte, außergewöhnliche Coverstück „Fallin’ in love“ und mit „Final say“ ein unglaublicher Indie-Disco-Knaller, der zwar nicht so recht zu den anderen Songs passen will, aber als Singleauskopplung bestimmt ganz große Klasse ist. Kleiner Tipp: Das Lied klingt wie die frühen Cardigans auf Speed und kann Ende Januar tatsächlich als Maxi-Single erworben werden. Da heißt es so oder so: Zugreifen!

Anspieltipps:

  • Migration
  • The park
  • That town
  • Final say
  • Subtle changes
Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
8/10

Sweet Sweet Silent
  • 2017    
6.5/10

Halb Oder Gar Nicht
  • 2017    
Diskutiere über „Sambassadeur“
comments powered by Disqus