Kat Frankie - Pocketknife - Cover
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Kat Frankie Pocketknife


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zerbrechlich, spröde, eigenbrötlerisch und irgendwie schräg – und dabei doch eindringlich, leidenschaftlich und fesselnd: „Pocketknife“, das Debütalbum der australischen Wahl-Berlinerin Kat Frankie (30), das scheinbar nur aus ihrer grandiosen Stimme und einer Akustikgitarre besteht, aber so viel mehr Details zu bieten hat, dass es eine wahre Freude ist, dieses Werk Stück für Stück für sich zu entdecken.

Auf der Bühne kommt Kat Frankie in der Tat nur mit Stimme und Gitarre aus. Selbst auf ein Mikrophon ist die Sängerin und Songschreiberin nicht zwingend angewiesen, um ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen. Auf „Pocketknife“ wird freilich etwas mehr aus der Instrumentenkiste geboten. Da poltern die Drums, tröpfeln von irgendwoher ein Piano oder eine Trompete, während der Bass gezielte Eckpunkte setzt, eingerahmt von Cello-, E-Gitarren und Mellotronklängen. Das ließt sich üppig, bringt aber zu keiner Zeit überfrachtete Songs mit sich. Der Einstieg in das Album ist vielmehr so spartanisch und grazil geraten, dass man unweigerlich näher an die Boxen rutschen möchte. Kat Frankie fängt ihre Gefühle ein und verpackt sie in herrliche Lieder.

Und weil Gefühle gerne verrückt spielen, ist „Pocketknife“ eine höchst emotionale Reise durch wunderbare Indie-Popsongs („The tops“, Treading water”) und herzergreifendes Singer/Songwriter-Handwerk („The wrong side of midnight“, „Going away“). Dafür Vergleiche zu finden, fällt einigermaßen schwer. Man höre nur den Song „Boy wolf“ und denke an das letzte Album von PJ Harvey. Oder man lässt das zupackende „Come quickly“ auf sich wirken und findet sich gedanklich auf dem aktuellen Melissa-Etheridge-Album wieder. Auch eine Priese Tori Amos darf nicht fehlen („Everything everything“). Doch trotz dieser Vergleiche mit hochkarätigen Kolleginnen, ist Kat Frankie eine eigenständige Künstlerin, die keine Schubladen oder Gegenüberstellungen mit anderen Musikerinnen nötig hat. Dazu ist ihre Musik viel zu einzigartig.

„Pocketknife“ wurde Anfang September 2007 in Australien veröffentlicht und ist seit November 2007 über deutsche Online-Stores erhältlich. Jetzt gibt es das Album endlich als herkömmliche CD, ganz so wie es sich gehört, aber gänzlich frei von herkömmlicher Musik. Da lohnt sich ein Kauf! So wie es sich gehört.

Anspieltipps:

  • The tops
  • Blameless
  • Berlin cops
  • Say it isn’t so
  • Treading water
  • The wrong side of midnight
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