Misery Speaks - Catalogue Of Carnage - Cover
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Misery Speaks Catalogue Of Carnage


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine kleine Einleitung: Jeder kennt dieses elendige Leid. Egal wie gut eine Band aus Deutschland im Rock- oder Pop-Gewerbe ist, man hört zehn Meilen gegen den Wind, dass die Musik aus Deutschland kommt. Es ist ja schön und gut, dass Deutsche ihren ganz eigenen Klang haben und wenn man sich den anderen anpasst, wäre das ja nicht mehr innovativ, aber immer gleich wie der restliche Brei zu klingen ist auch nicht gerade unkonventionell. Komischerweise gelingt es gerade im Bereich Metal „international“ zu klingen. Ob es nun daran liegt oder an einem Trend wird der Markt weltweit aber von Metalbands geradezu überflutet. Redet man mit richtigen Kennern lernt man in einer Woche hundert (nicht übertrieben!) neue Bands von gerade mal einer Hand voll Hörern kennen. Und dann wäre da ja noch das verzweifelte sich abheben. Es gibt so viele Vorsilben für Metal (Heavy, Dark, Death etc.), dass ich besser gar nicht erst damit anfange.

Melodic Death Metal nennt sich nun also die Richtung des Fünfers Misery Speaks aus Münster. Die Band besteht aus Shouter Claus Ulka, den Gitarristen Florian Füntmann und Stephan Gall, sowie Schlagzeuger Janosch Rathmer und Bassist Martin Großmann. Ihr selbst betiteltes Debüt war trotz der erwähnten Überfüllung des Marktes ein voller Erfolg und das sich mit Drakkar ein größeres Label fand und ein neues Album folgen sollte, war nur noch Formsache. Will man nun doch mal sehen wie sich das Erfolgsrezept der Jungs definieren lässt.

Wenn das Genre überflutet ist nützt kein großes Intro. Da steht außerdem noch ein Death vorm Metal, also wird von der ersten Sekunde besonders das Schlagzeug gnadenlos malträtiert. „The Scavenger“ ist beinahe ein Vorzeigebild von Song. Recht kurz, hart und trotz allem bleibt die klare Linie zu erkennen, die den Song so solide macht. Das alles bei musikalisch sehr guter Qualität. Nur bei einer Sache muss (zumindest das im Metal ungeübte) Hörerohr herummäkeln. Von „intensivem Songwritinging“ ist auf diversen Seiten die Rede, aber bei aller (Musik-)Liebe versteht man ohne Booklet viele Passagen der Tracks nun einmal nicht. Abgesehen davon halten wirklich alle Songs des Albums das Niveau der Eröffnung oder wissen es gar zu übertrumpfen, wie der Folgetrack „Sentiment Is Missing“, der mit absoluter Ohrwurmmelodie auffährt. Ein Muss für Melodic-Death-Metal-Fans!

So hart auch einige der Songs an diversen Stellen ist lässt sich das melodische tatsächlich nicht absprechen. In letzterem Lied sind teilweise Mainstreamradio taugliche Teile vorzufinden. Nach ziemlich genau einer Dreiviertelstunde wird man dann, ordentlich durchgerüttelt, aus der Welt von Misery Speaks entlassen. War ihr Debüt nur ein Geheimtipp, kann das Geheim- ruhig Heim gehen (der Rezensent bittet diesen Sparwitz zu entschuldigen). Viking Metal made in Germany, genauer in Münster!

Anspieltipps:

  • Stiment Is Missing
  • Lay This Burden Down
  • Sounds Of Ideals

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