Tiles - Fly Paper - Cover
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Tiles Fly Paper


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl Tiles schon 15 Jahre im Musikgeschäft tätig sind, ist ihnen der Sprung zu den Topverdienern im Progressive Rock noch nicht gelungen. Möglicherweise blieb ihnen die Ehre neben Dream Theater oder Porcupine Tree zu stehen durch ihre Veröffentlichungspolitik verwehrt, die sich nicht an das 2 Jahresschema hält, sondern ein Album erst in die Welt setzt, wenn es eben fertig ist. So auch mit „Fly paper“. Fast vier Jahre sind seit dem letzten Output „Window dressing“ (05/2004) vergangen, ein Zeitraum in dem die Truppe um Portnoy & Co. schon das dritte Album am Start hat, während erst vor kurzem eine aufwändige Live-DVD- und CD auf den Markt gekommen ist.

Aber das soll uns natürlich nicht an der melodieseligen Lektion von Paul Rarick (Gesang), Chris Herin (Gitarre), Jeff Whittle (Bass) und Mark Evans (Schlagzeug) stören, die stets darauf bedacht sind ihren Stücken genügend Luft zum Atmen zu lassen, was sich oft durch eine ausufernde Länge bemerkbar macht. Auch auf ihrem fünften Album gibt es zwei dieser Longtracks („Dragons, dreams and daring deeds“ und „Hide and seek“), sowie eine ordentliche Portion klassischen Progressive Rock ohne Frickelpartien und elendslange Solos. Stattdessen liefern sie den Fans konsequent ihre „Kreuzung aus Rush, Jethro Tull, Queensryche und Iron Maiden“ wie sie selbst sagen und vermischen das mit einer modernen Produktion.

Eröffnet wird das Ganze durch eine kurze instrumentale Zurschaustellung ihres Könnens zu Beginn des Openers „Hide in my shadow“, während der restliche Song ansonsten als recht bodenständig gewertet werden darf. Aber das zählt nun einmal zum Trademark der Band, wodurch nicht erwartet werden darf in einem Song wie „Markers“, der sich zaghaft und andächtig ausbreitet, plötzlich ein gewaltiges Doublebass-Solo mit heftigem Riffing zu hören, denn das wäre einfach nicht ihre Art. Viel mehr konzentrieren sich Tiles auf langsam ausrollende Klanglandschaften (die manches Mal gar als popig bezeichnet werden könnten) und einzig und allein durch den progressiven Grundsatz angetrieben werden. Dadurch behält „Markers“ seine bezaubernde Schönheit und das ruppige „Landscrape“ bleibt eben energiegeladener. Zwar hätte „Dragons, dreams and daring deeds“ etwas mehr Abwechslung gut getan, die Freude an „Fly paper“ trübt das jedoch keineswegs und macht das Album zu einer empfehlenswerten Scheibe.

Anspieltipps:

  • Markers
  • Sacred & Mundane
  • Crowded Emptiness

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