The Mars Volta - The Bedlam In Goliath - Cover
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The Mars Volta The Bedlam In Goliath


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

The Mars Volta sind eine dieser Bands, an der sich die Geister scheiden. Die einen lieben die unglaublich verschachtelten Songstrukturen und loben die verrückt-geniale Art, wie sie alle ihre Einflüsse in einen Topf werfen, die anderen halten das schlichtweg für nichts anderes als Krach. Beides Standpunkte, die sich sicher vertreten lassen, doch streiten sich beide Parteien bei jedem Release wieder aufs Neue, schön zu sehen an den teilweise doch recht kontroversen Kritiken der Presse.

Woran es allerdings nichts zu rütteln gibt: Die beiden Bandköpfe Omar Rodriguez-Lopez und Cedric Bixler-Zavala haben eindeutig nicht mehr alle Zacken in der Krone. Wie sonst lässt sich diese obskure Geistergeschichte erklären, die sich die beiden Wuschelköpfe einfallen ließen? Angeblich waren die Aufnahmen zu „The Bedlam In Goliath“ mit einem Fluch belegt und böse Geister terrorisierten das Studio. Vielleicht spielten aber auch nur betriebswirtschaftliche Aspekte bei dieser Story eine Rolle, publicityträchtig war sie auf jeden Fall. Nun, ob Gespenster oder nicht, was am Ende überzeugen muss, ist dann doch die Musik.

Und die lotet wie gewohnt alles aus, was sich unter dem Label „Prog-Rock“ so finden lässt. Die Latin-Klänge sind zwar gewichen, dafür gibt es diesmal mehr Jazz auf die Ohren, vor allem das Saxophon setzt hier und da interessante Akzente. Ein weiterer Punkt ist, dass im Vergleich zu den letzten Werken „The Bedlam In Goliath“ fast ein wenig „aufgeräumter“ klingt. Klar, noch immer gibt es durchkomponierte Tracks wie „Cavaletta“ in denen König Chaos regiert. Hier reiht sich Break an Break, immer wenn die Melodie mal Überhand nimmt bricht schon die nächste Kakophonie über den Hörer herein. Dagegen steht dann aber beispielsweise der Opener „Aberinkula“, der fast als straighter Rocksong durchgehen könnte. Auch „Metatron“ bietet einige Ohrwurmmelodien aus Bixler-Zavalas quiekender Kehle und bleibt trotz abgedrehter Aneinanderreihung von Songteilen in sich schlüssig. Der Hörer verliert so nie den roten Faden. Einen besonderen Leckerbissen liefern die Jungs mit dem orientalisch angehauchten „Soothslayer“.

Unfehlbar ist die Band trotz allen Talents nicht. So ist das knapp dreiminütige Ballädchen „Tourniquet Man“ ziemlich schwach auf der Brust und „Cavalettas“ geht wohl eher als gerade noch akzeptables expressionistisches Experiment durch. Trotzdem, jeder mit ein wenig Zeit und einem offenem Ohr sollte Mal einen Besuch in der Klangwelt von The Mars Volta riskieren und dort erleben, dass innovativer Prog-Rock noch lange nicht am Ende ist. Die Fans werden das Album sowieso abfeiern.

Anspieltipps:

  • Metatron
  • Wax Simulcata
  • Soothsayer

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