Ringo Starr - Liverpool 8 - Cover
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Ringo Starr Liverpool 8


  • Label: Capitol/EMI
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Unverständlicherweise wird Ringo Starr gerne als der in Sachen Songwriting talentfreie Spaßvogel hinter dem Schlagzeug der Beatles verspottet, dessen Solokarriere nie jemanden interessiert hat. Okay, der 67-Jährige hat in seiner Zeit bei den „Fab Four“ die wenigsten Lieder aller Bandmitglieder geschrieben (das bekannteste ist zweifelsohne „Octopus’s garden“) und auch seine nach dem Ende der Beatles im Jahr 1970 begonnene Solokarriere verlief kommerziell eher holprig. Doch rückblickend finden sich auf Ringos weit über einem Dutzend Soloalben jede Menge Song-Perlen, selbst wenn dem Ausnahmeschlagzeuger regelmäßig kleine Peinlichkeiten aus dem Songwriterärmel rutschen.

Mit seinem neuen Album „Liverpool 8“ kehrt Ringo Starr nach über 30 Jahren zur Beatles-Plattenfirma EMI zurück, die seit „Goodnight Vienna“ (1974) keine Soloplatte des Liverpoolers mehr veröffentlicht hat und nun sein autobiographisch angehauchtes Spätwerk in die Läden bringen darf. Die Aufnahmen der 12 Songs fanden in England und Kalifornien (Los Angeles) statt und Ringo Starr war zusammen mit Gary Burr, Steve Dudas, Sean Hurley, Zac Rae, Mark Hudson und Dave Stewart an allen Stücken als Songwriter beteiligt. Die Produktion teilen sich Langzeitkollaborateur Mark Hudson (Aerosmith, Ozzy Osbourne, Hanson), der später gegen Dave Stewart (Mastermind der Eurythmics) ausgetauscht wurde.

Mit Dave Stewart entstand auch der wohl beste und zugleich titelgebende Song des Albums: „Liverpool 8“ ist ein Paradebeispiel für eingängiges Songwriting, das nicht billig und platt wirkt und gleichwohl schon bald aus dem Block der „Reds“ schallen könnte, als Anfeuerung für ihren FC von der Anfield Road. Doch nicht nur solche massentauglichen Melodien, die sich wie ein roter Faden durch die 12 Songs ziehen, stellen klare Reminiszenzen an vergangene Beatles-Zeiten dar. Mit Stücken wie „If it’s love that you want“, „Harry’s song“, „R U ready“ und „Pasodobles“ lebt Ringo wieder einmal seine gefürchtete Experimentierfreude aus, der man sich als Hörer einfach stellen muss, um einen wirklichen Eindruck vom Können diesen schrägen Vogels zu erhalten. Und auch wenn der eine oder andere Songs traditionell etwas beliebig klingen mag und die Gesangsstimme von Ringo Starr weiterhin nicht das Gelbe vom Ei ist (dafür ist sie wenigstens originell), ist „Liverpool 8“ ein gelungenes Album nicht nur für Beatles-Fans.

Anspieltipps:

  • For love
  • Liverpool 8
  • Think about you
  • Gone are the days
  • Now that she’s gone away
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