Damn Seagulls - Soul Politics - Cover
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Damn Seagulls Soul Politics


  • Label: Fullsteam/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Küstenbewohner weiß: Die verdammten Möwen schei*** alles voll. Wer z.B. aus der finnischen Stadt Helsinki stammt, kennt dieses Problem. Also warum nicht eine Band danach benennen? Gesagt, getan! Hier sind die Damn Seagulls aus der Hauptstadt Finnlands.

Unsere gefiederten Freude aus der Landschaft Uusimaa legen mit „Soul Politics“ ihr zweites Studioalbum vor, das sich als ganz großes Tennis in Sachen Indie-Pop/Rock herausstellt. Denn das Sextett aus Helsinki klingt streckenweise so opulent, dass der Hörer das Gefühl hat, hier wäre eine Big Band am Start.

Zu der üblichen Gitarre/Schlagzeug/Bass-Ausstattung gesellen sich eh schon allerhand Schmankerl wie Piano, Hammond Orgel, Flöte und Röhrenglocken (Tubular Bells), doch das Ganze wird noch getoppt durch große Chöre, massig Bläser und Streicher ohne Ende – das volle Programm eben. Trotzdem klingen die Songs nicht überladen, sondern immer noch so reduziert und ausgewogen wie klassischer Indie-Rock sein sollte. Durch den häufigen Saxophon-Einsatz drängen sich sogar Vergleiche zur E Street Band von Bruce Springsteen auf, mit der sich die Damn Seagulls nach eigenen Angaben sogar identifizieren können. Da schau her...

Kaum zu glauben, dass diese Twentysomethings aus Finnland erst ihre zweite Platte am Start haben, so selbstverständlich mischen sie ausgereiftes Songwriting mit anspruchsvoller Instrumentierung. Tatsächlich spielen die sechs Finnen bereits seit zehn Jahren zusammen, veröffentlichten aber erst im Jahr 2005 ihr Debütalbum „One Night At Sirdie’s“. Und wie uns das Info-Schreiben der Plattenfirma glaubhaft macht, ist die Band nun bereit für den Erfolg. Mit einem Top-10-Einstieg in die finnischen Album-Charts zeichnete sich dieser bereits ab. Jetzt kann es in ganz Europa so weitergehen. Denn „Soul Politics“ ist die ideale Basis, um sich von der breiten Veröffentlichungsflut abzuheben. Zehn Songs, davon mindestens die Hälfte sehr gut bis herausragend – darauf lässt sich definitiv aufbauen.

Anspieltipps:

  • Human torch
  • King of fools
  • While I’m gone
  • Quality people
  • Rooftops & Railways
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