Jack Johnson - Sleep Through The Static - Cover
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Jack Johnson Sleep Through The Static


  • Label: Brushfire/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Johnson verzichtet beim neuen Album auf die absolute Eingängigkeit, die ihm oft vorgeworfen wurde.

Ein ganzes Jahr lang wartete die weltweite Fangemeinde des Folkpopmusikers Jack Johnson auf ein neues Studioalbum. Nach dem 2006-Soundtrack „Curious George“ schuf Jack Johnson mit seiner bekannten Band aus Zach Gill (Keyboards), Merlo Podlewski (Bass) und Adam Topol (Drums) vierzehn neue Songs in dem geliebten Mango Tree Studio seiner eigenen Plattenfirma Brushfire Records. Als Produzent fungierte JP Plunier, der zuletzt das Debütalbum „Brushfire Fairytales“ (2002) des Komponisten und Sängers Johnson unterstützte.

Jack Johnson steht für entspannende Akustikgitarrenpopsongs, die gute Laune und Sonne ausstrahlen. Einfache Melodien, mit handgemachten Instrumenten eingespielt, kombiniert der Hawaiianer mit seiner sanften Stimme zu guten Songs. Beim neuen Longplayer fallen mehrere Dinge auf: Es tauchen tatsächlich E-Gitarrentöne auf und auch dem Keyboard fallen jetzt neue Aufgaben zu. Aber keine Angst, so richtig hart wird es nicht, denn die sanften Klänge, die sich inzwischen vom sonnigen Charme auf „In between dreams“ zu melancholischer Stimmungslage bei dieser CD weiterentwickelt haben, bleiben in der Überzahl.

„All at once“ schleicht auf leisen Sohlen ins Ohr und mit schleppenden Drums, Piano und seiner samtweichen Stimme eröffnet Johnson den Longplayer sehr verhalten. Das Titelstück „Sleep through the static“ klingt dagegen sehr typisch, ein Gute-Laune-Song der gehobenen Kategorie setzt einen ersten echten Höhepunkt. Auffällig war bisher bei Johnsons Alben, dass sie eine homogene Masse von Songs beinhalten, die zueinander passten und stimmungshebend waren. Es stach meist kein Song heraus, zusammen besaßen sie aber hervorragende Qualität. Johnson verzichtet beim neuen Album auf die absolute Eingängigkeit, die ihm oft vorgeworfen wurde. Trotzdem besitzt fast jeder Track Radiotauglichkeit, die unkomplizierte Komposition hat er eben nicht verlernt, sondern perfektioniert.

Zusammen mit Merlo Podlewski komponierte Johnson „Monsoon“, welches durch den Gebrauch von E-Gitarre und härter klingenden Drums ein wenig aus dem ruhigen Rahmen fällt und auch mit klugen Tempowechseln aufwartet. Gerade dieses Ausbrechen aus dem gewohnten Sound überzeugt eindeutig und auch die erste Singleauskoppelung „If I had eyes“ hebt sich durch ausgefeilteres Songwriting heraus, die Zeiten der aus dem Ärmel geschüttelten Songperlen ist nicht vorbei, sondern der Ex-Surfer kann eindeutig noch mehr. Gemäßigt rockige Töne und mehr als nur die Akustikgitarre eröffnen neue ungeahnte musikalische Möglichkeiten. Bei den tempoarmen Tracks verblüfft Jack mit viel Gefühl und erzeugt durch seine einfachen Texte über zwischenmenschliche Probleme ein recht angenehmes Hörerlebnis.

Verzweifelt sucht man nach Schwächen, aber Jack Johnson hat die Pause gut genutzt und seine Songwritingtalente noch verbessert. Wenn man eine winzige Kritik anbringen möchte, stellt sich eigentlich nur die Frage, warum der nette Herr Johnson nicht den temporeicheren Kompositionen den Vorrang gibt, aber das ist angesichts der Tatsache, dass Johnson beide Spielarten beherrscht, nur eine Kleinigkeit.

Anspieltipps:

  • Sleep through the static
  • If I Had Eyes
  • Monsoon

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