Danko Jones - Never Too Loud - Cover
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Danko Jones Never Too Loud


  • Label: Bad Taste Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit nunmehr 12 Jahren ist die Band um Frontsänger, Gitarrist und Namensgeber Danko Jones unermüdlich am ackern, sei es auf den Bühnen dieser Welt oder in irgendeinem Studio. Pause machen scheint bei den drei Kanadiern einfach nicht drin zu sein! Und die stetig wachsende Fanschar gibt ihnen bei ihrem Vorgehen Recht. „Sleep is the enemy“, das 2006 erschienene vierte Album (genau genommen das Dritte, denn der erste Longplayer bestand aus Titeln einiger zuvor aufgenommener EPs und Singles) sorgte egal wo sie hinkamen für Freude unter den Fans. Nachdem bis Ende 2006 fleißig getourt wurde, ging es schnell zurück in den Proberaum und anschließend sofort wieder ins Studio, um mit Produzentenlegende Nick Raskulinecz (u.a. verantwortlich für Foo Fighters und Stone Sour) an der neuen Scheibe zu feilen. Das Ergebnis des zweimonatigen Aufenthalts im Studio 606 in Los Angeles kann allerdings an einigen Stellen nicht wirklich überzeugen, zu viel belangloses Füllmaterial hat auf dem gut 38 Minuten langen Werk Platz gefunden.

Mit „Code of the road“ steht ein in typischer „Danko Jones“-Manier daherkommender Titel an erster Stelle, schönes Riff, stimmlich gut abgepasst allerdings bietet er eben auch keine wirkliche Überraschung. „City streets“ funktioniert da schon besser, besticht es doch durch frische Arrangements und den Einsatz höherer Tonlagen. Auch tauchen die schon beim letzten Album eingesetzten poppigen Arrangements wieder auf. „Take me home“ stimmt mit in diese Richtung ein. Gesanglich durchaus mit Bands wie Blink 182 vergleichbar macht es einfach Spaß, eine neue Facette der Jungs kennen zu lernen. Ein weiterer Höhepunkt schließt sich nahtlos an: „Let’s get undressed“ bietet knackige, an AC/DC erinnernde Riffs und rockt, wie man es von der Band gewöhnt ist. Genau so sollte Blues-Hardrock klingen!

Auf der anderen Seite findet man dann allerdings Titel wie „Forest for the trees“ oder auch „Something better“, die in die Kategorie „belanglose mid-Tempo-Songs“ fallen und ziemlich ermüden. Wieso muss bei letztgenanntem Titel ein Riff nahezu das komplette Lied füllen, Langeweile ist doch so beim Hörer vorprogrammiert. Auch „Still in highschool“, ein eigentlich typischer Danko-Jones-Song, schleppt sich dahin und wirft die Frage auf, ob die Band krampfhaft versuchen wollte, einige klassische Nummern einzubauen, um nicht ihre Stammhörerschaft zu vergraulen.

Versöhnlich kommt dann ein Titel wie „Your tears, my smile“ daher, das sind Danko Jones wie man sie liebt, schnell, hart und abwechslungsreich, wobei man gerade an dieser Stelle gitarrentechnisch Parallelen zu „Billy Talent“ ziehen kann. Der Titelsong, der gleichzeitig das Ende der Platte markiert, bietet nochmals den typischen Sound der Band, hier allerdings glücklicherweise ohne dabei zum Schlaflied zu mutieren.

Was bleibt ist ein gemischter Eindruck: Auf „Never too loud“ findet man einfach zu viele Titel, bei denen man das Herzblut vermisst und schnell das Interesse verliert. Die experimentelleren Titel zünden vielleicht nicht alle, weisen aber dennoch neue interessante Facetten auf. Nicht das die Scheibe grundsätzlich schlecht ist, aber man merkt der Band doch deutlich den Zwiespalt zwischen dem Willen, neue Sounds zu kreieren und dem Versuch bandtypische Titel zu schreiben an. Vielleicht wäre es nach dem anstehenden Tourmarathon an der Zeit, doch mal eine Pause einzulegen, um neue Kraft zu tanken und zur gewohnten Form zurückzufinden.

Anspieltipps:

  • City streets
  • Take me home
  • Your tears, my smile

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