Simple Plan - Simple Plan - Cover
Große Ansicht

Simple Plan Simple Plan


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit über sieben Millionen verkauften Tonträgern sind Simple Plan aus Kanada eine relativ große Nummer im aktuellen Musikgeschehen. Ihr Erfolgsrezept basiert auf simplen, äußerst poppigen Punkrocksongs, die schnell ins Ohr gehen, aber auch ebenso schnell wieder verflogen sind. Das macht Spaß, tut nicht weh und bringt richtig viel Kohle. Kohle, die zum Beispiel in sündhaft teure Star-Produzenten und Sound-Tüftler investiert wird. Auf dem neuen Album sind dies gleich vier an der Zahl: Chris Lord-Alge (Green Day, Billy Talent, Sum 41, The Used), Max Martin (Britney Spears, Kelly Clarkson, P!nk, Bon Jovi), Dave Fortman (Boy Sets Fire, Mudvayne, Ozep, Evanescence) und Nathaniel „Danja“ Hills (Justin Timberlake, Blackstreet, The Game).

Nachdem die musikalisch verwandten Good Charlotte auf ihrem letzten Album „Good Morning Revival“ (03/2007) erwachsener klingen wollten und vermehrt auf Elektronik und Pop setzten und den Punk weitgehend aussperrten – und damit amtlich auf die Fresse fielen! – sind nun Simple Plan auf ihrem dritten Studioalbum an der Reihe, an der Entwicklungsschraube zu drehen. Signalisiert durch das Weglassen eines Titels (die CD ist schlicht „Simple Plan“ benannt), soll dem geneigten Käufer suggeriert werden, dass der Fünfer aus Montreal aus der Teen-Pop-Punk-Ecke heraus will. Doch so recht mag das nicht gelingen. Denn Simple Plan ersetzen ihren Power-Pop lediglich durch einen unglaublich fett produzierten Breitwand-Sound, für den man sich im Studio U2-Gitarren („Holding on“), Bon-Jovi-Melodien („I can wait forever“), Timbaland-artige HipHop-Beats („The end”), einen satten Rock-Wumms („Take my hand”) und wavige Angels-And-Airwaves Klangflächen („What if“) züchtete. Und im Zweifelsfall wurden gleich ganze Harmonie-Passagen bei Green Day geklaut und zur Tarnung mit doofen HipHop-Beats zugekleistert („You love is a lie“).

Fertig ist eine gnadenlos eingängige Formatradiogroßpackung, die so perfekt aus den Boxen blökt, dass man gar nicht mehr nach der fehlenden Seele in den Songs suchen mag. Diese ist irgendwo zwischen den Fingern der Produzenten zerronnen, die nur darauf achteten, dass dem Hörer eine pseudo-moderne Rockplatte um die Ohren knallt, die mit Punkrock nichts mehr zu tun hat, aber für Popmusik eine Spur zu rockig ist. So setzen sich Simple Plan erfolgreich zwischen alle Stühle. Da kann nur noch Rick Rubin helfen. Wetten, dass...?

Anspieltipps:

  • No love
  • Save you
  • I can wait forever
  • Time to say goodbye
Neue Kritiken im Genre „Punkrock“
Diskutiere über „Simple Plan“
comments powered by Disqus