State Radio - Year Of The Crow - Cover
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State Radio Year Of The Crow


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein intelligent kritisches Album, das jedem politisch interessierten Punkrock-Liebhaber empfohlen sei.

Das Debüt des Trios State Radio, „Us Against The Crown“, aus 2006 war eine tolle Momentaufnahme von dem, was dieser Tage eine soziale wie politische Themen nachdrucksvoll aufgreifende Band auch musikalisch leisten kann. Anspruchsvolle Texte, die ihre Kritik an menschenverachtenden Systemen in den USA und weltweit nicht verbergen, dennoch aber nie zu Parolen degradiert werden, vereinen sich mit einer gereiften Mixtur aus Indie-Rock, Punk und Reggae/Ska, die auch dank des stellenweise borstigen Sounds für Begeisterung sorgte. Sänger Chad Stokes lebte als Teenager für ein Jahr in Zimbabwe, dessen Eindrücke ihn noch heute begleiten und sein Engagement vorantrieben. Mit seiner Ex-Band Dispatch, deren Mitglieder noch gelegentlich für gemeinnützige Anlässe zusammenfinden, spielte er zum Beispiel 2007 drei ausverkaufte Konzerte im Madison Square Garden, bei denen der Erlös zur Bekämpfung der Not in Zimbabwe eingesetzt wurde.

Für das zweite Album „Year Of The Crow“ engagierten State Radio Tchad Blake (Peter Gabriel, Pearl Jam, Soul Coughing), der in Peter Gabriels Real World Studios das Werk aufnahm und laut Aussage von Chad Stokes wesentlich für die Entstehung des Albums verantwortlich war. Gleich der erste Song „Guantanamo“ spricht bereits im Titel eine deutliche Sprache, die punkig und gleichzeitig melodiös (ohne von seichtem Pop-Punk reden zu wollen!) vorgetragen wird. Mit dem sich mantra-ähnlich einbrennendem Slogan „There must be another way“ und der wunderbar bissigen, abschließenden Strophe „...All hail the line of crooked white chiefs, whose fathers stole the bones from an indian grave.“ begehen State Radio einen stimmigen Start, der eindeutig Lust auf mehr macht.

„CIA“ ist mindestens genau so kraftvoll politisch, jedoch gilt auch hier: Die Musik steht dem kämpferischen Motto in nichts nach und präsentiert in diesem Fall eine ungemein dynamische Mischung aus reggae-lastigen, zurückhaltenden Strophen und einem rasanten Up-Tempo-Refrain, welcher zum Pogo einlädt. Vollmundige Bläser und eine entspannte Stimmung zeichnen „Barn Storming“ aus, um bei den weiteren Songs immer mal wieder von quirligen Gitarren und einer schnelleren Gangart abgelöst zu werden, so dass aus „Year Of The Crow“ ein musikalisch vielschichtiges, eindrucksvolles und textlich intelligent kritisches Album geworden ist, das jedem politisch interessierten (Punk-)Rock-Liebhaber empfohlen sei.

Anspieltipps:

  • Guantanamo
  • CIA
  • Rash Of Robberies
  • Sudan

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