These New Puritans - Beat Pyramid - Cover
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These New Puritans Beat Pyramid


  • Label: Domino/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 35 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„These New Puritans“ verpassen dem von früheren Musikheroen wie „The Velvet Underground“, „Television“ oder der „Patti Smith Group“ geprägten und so genannten Art-Punk eine tanzbar elektrisierende Frischzellen-Kur. Ihr Debütalbum beinhaltet mehr verrückte Ideen und brillante Momente als im gesamten Karriereoutput so manch anderer, in ähnlich musikalischen Gefilden herum experimentierender Band.

Deuteten „These New Puritans“ bereits mit ihrer Debüt-EP „Now Pluvival“ bereits Bruchstückhaft an, dass Sie den Art-Rock wieder hin zur Salonfähigkeit musizieren könnten, so belegen sie dies nun erneut- in beeindruckender Art und Weise. Referenzen gibt es auf „Beat Pyramid“ zahlreich zu entdecken. Von den Namengeber der Band aus Southend-on-Sea, Mark E. Smiths’ „The Fall“ über die „Sex Pistols“ bis hin zum White-Funk der „Gang Of Four“. Diese neuen Puritaner bedienen sich ausgiebig ihrer Vorbilder ohne jedoch deren Sound einfach nur so zu kopieren. Zusammen mit Gareth Jones an den Reglern (Einstürzende Neubauten, Liars, Depeche Mode) kreieren sie akustische Momente, die mit druckvoller Dauerbeschallung inklusive tanzbarer und unerbittlich konsequenten Beats aufwarten können.

Die erste Singleauskoppelung des Albums „Elvis“ kommt nicht nur mit einem genialen Musikvideo daher, sondern ist auch der eingängigste Song der alles in allem 35 geballten Minuten „Beat Pyramid“. Die düster dröhnende Bass-Line im Zusammenspiel mit dem beinahe schon blechern und beängstigend karg wirkenden Sprechgesang von Sänger Jack Barnett generieren jenen so unverbraucht zündenden Sound. Das interessanteste Stück des Albums hört auf den Titel „Infinity Ytinifni“. Ein angespannter, in ein gerade einmal zweieinhalb Minuten langes Rhythmuskorsett hineingepresster Song. Minimalistisch eingesetzte Drums verlieren sich nach und nach in eine Flut voll Statik und Lärm. „What’s your favourite number, what does it mean?“ heisst es auf dem ohne weiteres manisch wirr zu umschreibenden „Numerology Aka Numbers.“ Und es scheint schier unmöglich sich diesem stetig wiederholenden, Bassgetränkten Fragespiel Barnetts zu entziehen. Auch sonst dominieren auf diesem Album rhythmisch betonte Minimalriffs, die immer knapp unterhalb der Melodiegrenze ausharren und dennoch so geschickt ineinander übergreifen. Ob die episch atmosphärische Stimmung auf „Navigate-Colours“ oder das mit einem schier teuflischen Backbeat wummernde „Swords Of Truth“. Das ist intelligente, mit zum Teil lärmenden Elektronik-Elementen verknüpfte, aber dennoch tanzbare Rockmusik.

Das Geschrei ist groß. Mal wieder das „next big thing“ von der Insel. Das hört und liest man ja mittlerweile wöchentlich. Aber in diesem Fall scheinen die ausgiebigen Lobeshymnen ihre Berechtigung zu haben! „Beat Pyramid“ bietet alles was man sich von innovativer und mitreissender Musik erhofft. Dieses Album zappelt, holpert, punkt und pulsiert von Anfang bis Ende. Und wer auf gebräuchliche und mustergültige Songstrukturen verzichten kann, und sein Hauptohrenmerk auf mehr Originalität und musikalische Experimentierfreude legen möchte, der sollte diesem neuen puritanischen Hype nicht aus dem Wege gehen.

Anspieltipps:

  • Numerology (Aka Numbers)
  • Swords Of Truth
  • Infinity Ytinifni
  • Elvis

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