Stoppok - Sensationsstrom - Cover
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Stoppok Sensationsstrom


  • Label: Grundsound/INDIGO
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Mann steht ganz weit vorn in der zweiten Reihe deutscher Rockmusiker.

„Nimm’ Deine Pillen und Du fühlst Dich gut wie nie“ - endlich hat die Pharma-Industrie ein Mittel gefunden, das Stoppoks Band wieder fit gemacht hat. Immerhin ein halbes Jahrzehnt ist es her, dass der Ruhrpottrocker mit seiner Band das letzte Mal im Studio und auf Tour war. Mit Hilfe von „Dr. Pillermann“ scheinen jetzt alle wieder fit zu sein und ausgesprochen spielfreudig. Starke Pillen sind in der Tat nötig, um bei Versen wie „Pharma in Urlaub, Pharma Industrie“ keine Kopfschmerzen zu bekommen. Umso schöner, dass Stoppok wieder altbekannte Weggenossen wie Bernie Conrads und Danny Dzuik mit ins Boot geholt hat, um den Sensationsstrom anzustöpseln. Zusammen begeistern die drei Texter mit ansonsten stimmigen Texten, die den Nagel auf den Kopf treffen, ohne mit dem Holzhammer sozialkritische Floskeln zu einzuhämmern, oder - noch schlimmer - in unverständlicher Grönemeyer-Lyrik zu versinken. Was Stoppok singt, kommt direkt aus dem Leben – direkt aus dem Herzen und „Nur ein Herz kennt die Antwort auf die wichtigsten Fragen“.

Stoppoks Blick in die Gesellschaft geht nicht in die Tiefe – er beschreibt, wie bei „Die Königin“ der hohlen Sprüche, gibt Hoffnung bei „Den anderen Weg“, stellt bloß bei „Oh Schatz“ und beschreibt die weltfremden Paris Hiltons unserer Zeit, die im „Goldenen Käfig“ sitzen – dem vielleicht besten Song und leider auch kürzesten. Doch bei Stoppok stehen nicht nur die Texte im Vordergrund. Stoppoks treue Fan-Gemeinde liebt seine Spielfreude bei Konzerten, die er zunehmend auch auf Platte zu bannen versucht. So wird Fleetwood Macs „Na gut“ zum Blues-Stück, das auf Text verzichten könnte und wenn Stoppok „Offline“ geht und die Mandoline rausholt, freut sich der Fan schon auf die Live-Version. Der typische Stoppok findet sich bei Touristen-Häme „Willi Moll in Afrika“ wieder – einem Stück in der Tradition von „Ärger“, „Risiko“ und „Willi und Gerd“.

Und zu guter letzt – kurz bevor dem Sensationsstrom der Saft ausgeht – bekommen noch die Maurer in Designerhosen zu ihrem Recht. Sie sind „Cool Durch Zufall“. Zufällig ist Stoppok kein wunderbares Album gelungen. Der Mann steht ganz weit vorn in der zweiten Reihe deutscher Rockmusiker. Massentauglich vielleicht nicht, aber dafür besser und trotz seiner 52 Jahre immer noch ganz unverbraucht!

Anspieltipps:

  • Den Anderen Weg
  • Offline
  • Goldener Käfig
  • Willi Moll In Afrika

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