Massiv - Ein Mann Ein Wort - Cover
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Massiv Ein Mann Ein Wort


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 74 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Der Deutsch-palästinensische Rapper Wasiem Taha alias Pittbull alias Massiv (25) ist spätestens nach dem Re-Release seines Albums „Blut Gegen Blut“ (2006/07) auf dem Majorlabel Columbia/SonyBMG in aller Munde. Der in Pirmasens geborene (daher auch sein „Pfälzer-Kanackisch“) und in Berlin lebende Newcomer fällt durch seine harten Raps in Verbindung mit einem ungewöhnlich hohen kommerziellen Potenzial auf. Sein Style beruht auf simplen Beats und straighten Rhymes. Massiv spricht die Sprache der Straße und kommt bei den Kids ab. Deshalb könnte er der erste Rapper sein, der die bisher unangefochtene Chart-Phalanx der Optik-Records-, Aggro-Berlin-, Ersguterjunger-Gangs durchbricht.

Den letzten Rest Street Credibility holte sich Massiv Mitte Januar 2008. Am 14. des Monats wurde der Rapper in Berlin auf offener Straße von unbekannten Tätern angeschossen worden. Mindestens drei Schüsse wurden 25-Jährigen abgegeben. Ein Schuss traf Massiv am Oberarm. Die Kriminalpolizei schloss zwar nicht aus, dass es sich bei dem Angriff um eine Promotion-Inszenierung handelt, was Massiv als „zynische, menschenverachtende und perverse Behauptung“ von sich wies, aber als Drive-By-Shooting-Opfer hat der Rapper nun selbst einem Bushido etwas voraus.

Massiv, der den Jungs des Aggro-Berlin-Labels nahe steht, hat „Ein Mann, ein Wort“ u.a. zusammen mit DJ Desue (Massive Töne, Kaisa, Afrob, Fler) als Executive Producer sowie Shuko, m3&Noyd, Woroc, Beirut und Brisk Fingaz eingespielt. Doch trotz dieser Mischung aus erfahrenen HipHoppern und Frischlingen, schneidet das Album nicht bis ins Detail positiv ab. So sind die Tracks durchweg düster, hart und kompromisslos, bieten insgesamt aber nur wenig Abwechslung. Vor allem die Beats fallen auf Dauer (die Spielzeit beträgt immerhin 74 Minuten!) eintönig aus – ein paar sanftere Tunes machen den Kohl auch nicht fett –, während die Texte zumindest streckenweise um Inhalte bemüht sind („Weißt du wie es ist“, „Palastine“, „Ende der Zeit“). Na klar, weiß das Label, denn „Massiv kennt das Leben am Rande der Gesellschaft. Und für genau diese Leute, von denen es in Deutschland immer mehr gibt, will er sprechen. Er will ihnen Mut machen, Armen, Kranken, Flüchtlingen auf der Suche nach einem besseren Leben.“

„Ein Mann, ein Wort“ ist eine klare Weiterentwicklung des Massiv-Debüts „Blut Gegen Blut“ und ein Paradebeispiel für authentischen Ghetto-Rap, wie Tracks wie „Ich habe meine Träume wahr gemacht“, „Teledin“, „Wir sind Kanacken“, „2 Redakteure“, „Ich bin kein Berliner“ beweisen. Zwar rutscht Massiv ab und zu in peinliche „voll krass, ey“-Lyrik ab („Der Araber“) und er umschifft die üblichen Gangsta-Klischees nicht immer erfolgreich („Das ist mehr als nur Straßenrap“, „Zur Erinnerung“), doch das ändert nichts an der Qualität, die „Ein Mann, ein Wort“ über weite Strecken hat.

Anspieltipps:

  • Teledin
  • Wir sind Kanacken
  • Es gibt nichts was zu regeln ist
  • Ich habe meine Träume wahr gemacht
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