Lizz Wright - The Orchard - Cover
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Lizz Wright The Orchard


  • Label: Verve/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Norah Jones im Jahr 2002 mit ihrem Album „Come Away With Me“ debütierte, gab die damals 23-Jährige der Jazzmusik nicht nur ein neues (schönes) Gesicht. Die New Yorkerin räumte gleichen acht Grammy-Auszeichnungen ab und verkaufte mehr als 20 Millionen Einheiten von ihrem Erstlingswerk. Von solchen Verkaufszahlen kann die Musikindustrie heute nur noch träumen – auch wenn seitdem erst fünf Jahre ins Land gegangen sind. Zudem ließen sich auf kommerzieller Basis keine ähnlich erfolgreichen Nu-Jazz-Künstler/innen auf dem Markt etablieren. Doch sieht man einmal vom schnöden Mammon ab, förderte der kurzzeitige Hype diverse hochkarätige Acts, die dem Genre neue Impulse geben, zu Tage.

Dazu zählt u.a. die afroamerikanische Sängerin und Songschreiberin Lizz Wright aus Hahira, Georgia. Als Lizz mit ihrem Album „Salt“ im Jahr 2003 debütierte, war sie ebenfalls erst 23 Jahre alt. Dennoch präsentierte sich die heutige Wahl-New-Yorkerin trotz ihrer jungen Jahre als veritable Songschreiberin und als eine sehr ausdrucksstarke Sängerin. Schnell hatte sie einen festen Platz in der Jazzwelt inne, den das Zweitwerk „Dreaming Wide Awake“ (2005) festigte.

Mit „The Orchard“ liegt nun das dritte Album der 28-Jährigen vor, auf dem sie das Kunststück vollbringt, verschiedene Stilarten wie Country, Blues, Soul, Pop, R&B, Rock und natürlich Jazz so zu vermengen, dass daraus ein Dutzend Songs wie aus einem Guss entstehen. Also kein stilistischer Wildwuchs, auch kein progressiver Free-Jazz-Overkill und kein puristischer Vocal-Jazz. Lizz Wright vertritt ebenso wie Norah Jones eine gemäßigtere, nahe am Pop befindliche Version des Jazz, der nicht ausschließlich von Jazzmusikern eingespielt wird, sondern auf eine kunterbunte Mischung aus Studio- und Livecracks zurückgreift (u.a. der langjährige Bob-Dylan-Gitarrist Larry Campbell).

Lizz Wright steuerte die meisten Stücke auf „The Orchard“ aus eigener Feder bei. Doch die eine oder andere Coverversion durfte nicht fehlen. Und so finden sich auf dem Album auch die Songs „I idolize you“ von Ike und Tina Turner, „Hey man“ von Sweet Honey In The Rock, „Thank you“ von Led Zeppelin (!!) sowie „Strange“ von der Country-Legende Patsy Cline. Produziert wurde „The Orchard“ von Craig Street, der schon mit Cassandra Wilson, K.D. Lang, Holly Cole, John Legend und Norah Jones zusammengearbeitet hat. Craig Street sorgte wie schon bei den vorherigen Lizz-Wright-Alben für einen warmen, weichen Klang der Instrumente und üppige, aber nicht überladen klingende Arrangements. Damit könnte Lizz Wright durchaus einen Angriff auf die Charts wagen, gerade jetzt, wo Norah Jones vorübergehend ins Schauspielfach abgewandert ist. Zu wünschen wäre es einem Talent wie Lizz Wright.

Anspieltipps:

  • When I fall
  • Thank you
  • Song for Mia
  • Coming home
  • Speak your heart
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