Eight Legs - Searching For The Simple Life - Cover
Große Ansicht

Eight Legs Searching For The Simple Life


  • Label: Weekender/INDIGO
  • Laufzeit: 29 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Viel wurde bereits über das Debüt der vier Engländer aus der Shakespeare-Stadt Stratford-Upon-Avon geschrieben, verfasst, gemutmaßt. Mehrere Vergleiche mit Indie-Bands der letzten Jahre wurden gezogen, sehr zum Widerwillen von Bandvorstand Sam Jolly, der für die mit stark britischem Akzent vorgetragenen Lyrics verantwortlich ist, zusätzlich noch eine Gitarre umgeschnallt hat und so gemeinsam mit Jack Wharton (Gitarre), Adam Neil (Bass) und Jack Garside (Schlagzeug) einen gefälligen Mix aus Brit Pop-Schülerband mit Punk-Appeal kreiert. „Ich bin der Meinung, wir klingen absolut einzigartig und nicht mal ansatzweise nach Razorlight oder Bloc Party, wie sich ein paar ganz Schlaue überlegt haben – faule Journalistenbande! Wenn man schon Referenzen herbeizitieren möchte, dann doch bitte Velvet Underground. Mit DENEN verglichen zu werden, das würde mir schmeicheln“ gibt Jolly sichtlich entrüstet zu Protokoll.

Dass Eight Legs einige Essenzen der britischen Indie Rock-Welle (Arctic Monkeys, Milburn, Bloc Party zu „Silent alarm“-Zeiten), in sich aufgesogen haben und diese mit etwas Punk und jugendlicher Naivität, bestehend aus mehr oder weniger pseudokritischen Texten zur Gesellschaft („Wir schreiben Songs über die Dinge, die uns am meisten beschäftigen oder uns emotional bewegen“), vermischt haben, ist in den ganzen 29 Minuten ihres Debüt unüberhörbar und nur schwer zu dementieren. Für einen Bezug zu Velvet Underground ist „Searching for the simple life“ allerdings dann doch ein wenig zu geradlinig und perfekt konstruiert um einen nicht allzu verschreckten Hörer zu hinterlassen.

Was den Erstling des Vierers jedoch auszeichnet und ihm einen durchaus eigenen Anstrich gibt, ist die allgegenwärtige Stimmung, die man wohl am besten mit „Grün hinter den Ohren“ beschreiben kann, hat schließlich sowohl die musikalische als auch die textliche Seite des Debüts einen unausgewogenen, trotzigen Charakter, der erst reifen und gedeihen muss. Diese Haltung ist vor allem durch den stürmischen, unreflektierten, drauflos rockenden Beginn („Vicious“, „Freaking out the neighbours“, „Eight legs“) und die nach und nach ruhiger werdenden Songs („Spilt milk“, „Blood.Sweat.Tears.“) befestigt, die schon atmosphärische Auswüchse in sich tragen. Das alles macht „Searching for the simple life“ zwar zu einer spaßigen und unterhaltsamen, allerdings nicht sehr tiefgründigen Platte, von einer Band, die ihr Talent noch nicht voll entfaltet hat oder erst im Begriff ist, es zu entdecken.

Anspieltipps:

  • Vicious
  • Spilt Milk
  • Pass The Bucket
  • Blood.Sweat.Tears.

Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „Eight Legs“
comments powered by Disqus