Moi Caprice - The Art Of Kissing Properly - Cover
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Moi Caprice The Art Of Kissing Properly


  • Label: Divine/CARGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Geheimtipp Dänemark. In England weiß man spätestens seit dem Kracher “Move Your Feet” von Junior Senior, was die Dänen so alles auf dem Kasten haben. Der größten Beliebtheit überhaupt erfreut sich die Band Kashmir, die hier in Deutschland auch prominente Fans wie Til Schweiger hat, welcher den Song „Rocket Brothers“ auf den Soundtrack für seinen Film „keinohrhasen“ packte. Dann gibt es auch Bands, die leider schon wieder (Musik-)Geschichte sind, wie die poppigen Tigertunes oder die Meister der kalten Molltöne Joycehotel. Für den deutschen Hörer völlig unbemerkt hat sich eine Band in die dänischen Herzen gespielt, die da moi Caprice heißt. Schon im Jahr 1997 gegründet kommt es erst 2001 zur ersten richtigen Veröffentlichung „Once Upon A Time In The North“, welches für erstes Aufsehen erregt. Mit ihrem zweiten Output „You Can’t Say No Forever“ sind Michael Möller (Gesang und Synthesizer), David Clemmen Brunsgaard (Gitarre), Jakob Millung (Bass) und Caspar Henning Hansen (Schlagzeug) endgültig zu Dänemarks Elite aufgestiegen.

Das dritte Werk „The Art Of Kissing Properly“ steht schon in den meisten CD-Regalen der Dänen, da das Album dort schon im Sommer 2006 veröffentlicht wurde. Es ist Divine Records zu verdanken, die jetzt noch mehr nach Deutschland exportieren wollen, dass man auch hierzulande in Genuss der dänischen Künstler kommt. Aber was genau für Musik kann man jetzt von den Jungs aus Dansk erwarten? Genau das ist der größte Pluspunkt an moi Caprice. Ja, man hört, dass sie aus Skandinavien kommen, so sehr sie sich laut Sänger Michael bemühen englisch zu klingen. Aber die melancholischen, doch manchmal auch aufmunternden Melodien klingen einfach Einzigartig. Die Band ist eine von denen, die von sich sagen, dass nur sie so klingen wie sie klingen.

Der Titeltrack eröffnet das Geschehen in solider Manier. Von der ersten Sekunde weiß man, worauf man sich einlässt. Möllers weicher, anschmiegender Gesang und eingängige, oft von Synthesizern untermalte, sehr homogene Melodien paaren sich zu einem guten Song. Das heißt aber nicht, dass das Tempo auf dieser LP nicht variiert. Gleich „The Town And The City“ erhöht die Schlagzahlen und schreit geradezu heraus, dass es gerne eine Single wäre, mit teilweise richtig witzigen Stellen, die die Kreativität und Spielfreude der Band aufzeigen. Der dritte Titel wartet mit einem Sufjan-Stevens-Gedächtnis-Titel auf, zumindest was die Länge des Namens angeht. Einer der ganz ruhigen Songs auf diesem Album, der bevor er aufhört, plötzlich eine ganz neue Melodie erfährt und einen gut einminütigen Ausklang hat. Nett.

Dramaturgisch folgt mit den nächsten drei Songs der Höhepunkt, da sie alle ineinander überfließen und dem Hörer wie ein großes Paket vorkommen, dass sich weiter und weiter auspacken lässt. Das stimmige und runde Bild des Albums gibt sich in den feinen Übergängen besonders gut wieder. „The Reinvention Of Simple Math“ ist dann leider der Tiefpunkt des Albums. In seiner Machart dem Opener ähnlich, aber nicht mit einer so guten Melodie. Eher ein durchschnittlicher Song. Als um es wieder gut zu machen kommt jetzt wieder ein Dreierpack. Diesmal aber nicht zusammenhängend, sondern jedes eine Perle für sich. „I Hate The Place, But I Go There To See You“ ist ein klasse Uptempo-Song, bei welchem man einfach nicht still sitzen kann und „Drama Queen“ könnte auch von internationalen Größen wie Coldplay stammen und auch bei „They’re Spies, Aren’t They“ zwingt sich dem Rezensenten ein (lieblicherer) Vergleich mit des englischen Vierers „Spies“ auf. Das ist einfach nur wunderschön.

„Down By The River“ ist dann mehr als nur ein würdiger Abschluss, mit dem moi Caprice noch einmal deutlich machen, dass ihre Musik nicht nur dänisch, sondern auch gut ist. Man kann nur hoffen, dass Liebhaber des sanften Rocks nicht unachtsam an der neuen Platte der Dänen vorbei schreiten, denn verdient haben sie sich mit solcher Musik den Ruhm nicht nur in ihrer Heimat.

Anspieltipps:

  • Wish You Were Her
  • I Hate The Place, But I Go There To See You
  • Drama Queen
  • They’re Spies, Aren’t They

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