Grantig - So Muss Es Sein - Cover
Große Ansicht

Grantig So Muss Es Sein


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der äußere Eindruck des Grantig-Debüts „So muss es sein“ ist etwas zwiespältig. Junge, gestylte Männer und die deutschen Songtitel wecken den Eindruck einer weiteren Sportfreunde-Kopie, doch weit gefehlt. Die vier Bajuwaren machen Musik nämlich offensichtlich nicht mit dem Kopf, sondern mit den... – nun ja, eben zwischen Buchnabel und Knien. Bereits beim Opener „Der König“ droht die leichtsinnigerweise weit aufgedrehte Anlage zu explodieren, mit solcher Wucht preschen Double-Bass-Getrommel und kraftvolles Dimebag-Gedächtnis-Riffing nach vorne. Dazu kommen die angepissten, ja, eben grantigen Vocals von Sänger Joni mit seinen rohen und trotzdem intelligenten Texten.

Bei dieser ganzen Power kommt leider die Abwechslung etwas zu kurz. Die folgenden „Jeder kann es schaffen“ und „So muss es sein“ können getrost mit dem ersten Song über einen Kamm geschert werden. Erst „Reflexion“ bringt frischen Wind, das ausgeklügelte Wechselspiel zwischen filigranen und brachialen Passagen weiß hier zu überzeugen. „Der Fremde“ degradiert in Sachen Härte alle anderen Tracks noch einmal zur zweiten Klasse, besonders zum Ende hin drehen Grantig ordentlich auf. Fast schon rockig könnte man den Refrain von „Wir haben nichts dazugelernt“ nennen. Hier gibt es auch eines der wenigen Soli der Platte zu hören, dass aber eher durch seine Energie, als durch seine Spielkunst auftrumpft.

Im letzten Drittel des Albums regiert dann wieder ein wenig die groovige Midtempo-Einöde des Anfangs. „Leichtsinn“ oder „Totentanz“ unterscheiden sich nur in wenigen Punkten. Diese Stagnation geschieht allerdings auf hohem Niveau. Vor allem auch der emotionale Schlusssong „Immer wieder“ reißt einiges wieder raus.

Obwohl es sich anbieten würde, kann man bei Grantig noch nicht von den „deutschen Pantera“ sprechen, es gibt noch deutlich Luft nach oben. Trotzdem, durch ihr sympathisches musikalisches Auftreten und ihrer beherzten Vorgehensweise hat das Quartett schon ein beachtliches erstes Album hingelegt. Diese Band sollte man wirklich auf dem Radar behalten.

Anspieltipss:

  • Der König
  • Der Fremde
  • Immer wieder

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
8/10

Monuments
  • 2017    
7/10

Emperor Of Sand
  • 2017    
Diskutiere über „Grantig“
comments powered by Disqus