Bob Mould - District Line - Cover
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Bob Mould District Line


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Longplayer ist geprägt von sehnsüchtigen Gitarrenläufen, die hin und wieder in noisigen Zwischenspielen münden.

Die 1978 gegründeten Hüsker Dü waren eine Band mit großem Einfluss für die Hardcore/Punk-Bewegung und sind noch heute in aller Munde, wenn es um eben diese Musikrichtung oder Alternative-Rock geht. Nach zehn Jahren lösten sich Hüsker Dü auf und Bandgründer Bob Mould veröffentlichte zwei Solo-Alben, die von Werken seiner 1992 gegründeten Band Sugar gefolgt wurden. Mit markantem Gitarren-Sound und herausstechenden Melodienbögen gingen auch Sugar mit viel Lob bedacht in die Musikhistorie ein. Nach nur drei Jahren war jedoch Schluss im Hause Sugar und Bob Mould setzte nun komplett auf eine Solo-Karriere, die mit elektronischen Experimenten (u.a. Remixe für Interpol und Rammstein), Akustik-Songs und erdigem Rock einiges bereithielt. Eine weitere Leidenschaft des Amerikaners war Wrestling, was sich in der Mitarbeit bei einigen Wrestling-Organisationen niederschlug.

Nach dem letzten Solo-Album „Body Of Song“, welches relativ ruhig ausfiel, folgt nun „District Line“. Ein Album, dass sich wieder etwas mehr auf alte Rock-Tugenden besinnt, aber dennoch mit einem gehörigen Pop-Appeal und einer nicht zu unterschätzenden Radio-Affinität daherkommt. Das dürfte viele alte Fans verstören, doch Bob Mould war noch nie ein Songschreiber, der einfach nur das von ihm Erwartete schlicht umsetzte.

Der Longplayer ist geprägt von sehnsüchtigen Gitarrenläufen, die hin und wieder in noisigen Zwischenspielen münden und dabei recht vorhersehbar, aber durchaus leidenschaftlich Rock/Pop-Formate bieten. Brendan Canty (Fugazi) ist dabei für die Drums zuständig, während Amy Domingues melancholische Cellosounds beisteuert und Bob Mould den Rest des dichten Klangspektrums selbst in die Hand nimmt. So richtig zündet das Material aber erstmals bei der Power-Ballade „Again And Again“, die akustischen Gitarren und dem emotionsgeladen rauen Gesang ein wundervolles zuhause offeriert. Hochklassiges Songwriting findet sich immer wieder, doch man muss schon Geduld aufbringen, um es zu finden. Störend sind dabei die elektronischen Versatzstücke, wie Vocoder-Gesang, die der Meister lieber für seine entsprechenden Alben verwenden sollte. Auf einem ehrlichen Rock-Album mit Pop-Zugänglichkeit wie „District Line“ hätte das Verzichten auf solche Experimente zum positiveren Gesamteindruck beigetragen. So bleiben nur einzelne Songs hängen, die dafür aber umso mehr erstrahlen, wenn man sich besonders die Bob Mould-typischen krachig melodischen Herzensangelegenheiten „Return To Dust” und „The Silence Between Us” zu Gemüte führt.

Anspieltipps:

  • Again And Again
  • Return To Dust
  • The Silence Between Us
  • Walls In Time

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