Hot Chip - Made In The Dark - Cover
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Hot Chip Made In The Dark


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Hot Chip lieben herausgeputzte elektronische Musik, was nicht zuletzt in den Remixen für Kraftwerks „Aerodynamik“ und „La Forme“ nachzuhören ist.

Nach dem bahnbrechenden Erfolg des Zweitwerks „The Warning“ aus 2006 gab es für die Briten um Alexis Taylor sowie Joe Goddard nur noch Steigerungen. Egal, ob es dabei um die umjubelten Live-Auftritte quer über den Globus, die Mix-Compilation „DJ Kicks“ (2007) oder Erwartungen seitens der Fans und Journalisten bezüglich des dritten Albums „Made In The Dark“ ging. Die ureigene Mischung aus Electro, Indie-Pop und nun auch noch einer bereits von der letztjährigen Mix-CD bekannten Vorliebe für Soul pendelt zwischen Tanzbarkeit, welche beim mittlerweile schon legendären UK-Rave ansetzt und durchdringender Melancholie, die einen wunderbaren Kontrast zur euphorie-geschwängerten Rastlosigkeit serviert.

Hot Chip lieben herausgeputzte elektronische Musik, was nicht zuletzt in den Remixen für Kraftwerks „Aerodynamik“ und „La Forme“ nachzuhören ist. Doch sie lieben mindestens genauso die organische Direktheit diverser Instrumente und als wenn sie es auf den schier endlosen Tourneen in großen Stadien und Hallen lieb gewonnen haben, die destruktive Kraft von Rockmusik. Zumindest lässt einen das „Made In The Dark“ deutlich spüren und zündet damit neben der lieblichen Soul-Affinität am meisten. Bis auf die Unterstützung von Jonathan Digby produzierten die Briten den neuen Longplayer selbst, nahmen ihn weitgehend zu Hause auf und spielten die Stücke „Hold On“ sowie „Out At The Pictures“ sogar komplett in einem Take ein.

Psychedelisch und ruhig beginnt der Opener „Out At The Pictures“, welcher schnell Fahrt aufnimmt und nicht zuletzt anhand treibender Drums das Energielevel bereits früh auf die Spitze treibt. „Shake A Fist“ und „Ready For The Floor“ folgen danach als Club-Garanten im Doppelpack. Beim ersteren ebnet sich das Schlagzeug einen pulsierenden Weg aus Breakbeats und Percussion-Ausbrüchen, die sich lässig mit markanten Acid-Sounds sowie analogen Synthie-Spielereien verknüpfen und sich genau so wie das eindringlich pushende „Ready For The Floor“ für die anstehenden Liveauftritte empfehlen. Die eher verstörenden Synthesizer des vorigen Songs vergnügen sich bei bei „Ready For The Floor“ deutlich lieblicher und machen gänzlich unpeinlich beim guten alten Electro-Pop Halt. Wie auch immer Hot Chip an die Songs herangehen, es bleibt in jedem Fall eindrucksvoll.

Das soulig warme „We´re Looking For A Lot Of Love” lädt einen mit zurückhaltenden Beats und geschmackvollen Pfeif-Einlagen zum Träumen ein und zeigt, wie gut es die Briten verstehen, auch ruhige und seelenvoll harmonische Wohltaten zu erschaffen. Diese beweisen spätestens bei der abschließenden Piano-Ballade “In The Privacy Of Our Love” noch einmal, wie wichtig sie für Hot Chip sind und wie sie diesen höchst ideenreichen Longplayer im Spannungsfeld zwischen erdiger Direktheit sowie zarter Schönheit veredeln.

Anspieltipps:

  • Shake A Fist
  • We´re Looking For A Lot Of Love
  • Made In The Dark
  • Don´t Dance

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