Sons And Daughters - This Gift - Cover
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Sons And Daughters This Gift


  • Label: Domino/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die vier Schotten von Sons And Daughters überzeugten mit ihrem zweiten Album „The Repulsion Box“ aus 2005 nicht nur Morrissey, der sie 2006 für einige Shows als Support anheuerte. Ihr losgelöster LoFi-Rock mit dem unnachahmlichen Melodie-Bonus und einer jugendlichen Schroffheit packte so manchen und ließ die CD für Monate im Player rotieren. Da tut man sich mit dem Nachfolger, dem dritten Album in der Bandhistorie, schon etwas schwerer. Lange mussten die Fans warten, doch nun ist die Antwort da. Mag der Name Bernard Butler (Gitarrist bei den Britpop-Ikonen Suede) als Produzent für diese Art von Musik noch ungewöhnlich sein und Fragen aufwerfen, inwieweit die Ungestümtheit der Musik fortgesetzt wird, ist die Sache nach dem ersten Durchlauf von „This Gift“ klar und man kann sich entspannt zurücklegen. Sons And Daughters machen unbekümmert und charmant rotzig dort weiter, wo das großartige „The Repulsion Box“ noch immer im Hinterkopf vor sich hin triumphiert.

Mit der ersten Single aus dem Album beginnt der Longplayer schwungvoll und mit antreibenden Drums sowie flirrenden Gitarren-Einsätzen versehen. Stillstehen ist da absolut unmöglich, wenn man sich dazu noch die drängelnden, aber dennoch lieblichen Vocals von Sängerin, Gitarristin und Pianistin Adele Bethel sowie die männlichen Background-Vocals von Gitarrist Scott Paterson zu Gemüte führt. Das folgende „Split Lips“ ist dagegen lieblicher, ohne auf die markante Direktheit der Band aus Glasgow verzichten zu müssen. Für diese Lieblichkeit sorgt vor allem Robbie Stern (Cajun Dance Party), dessen Violine viel für das Herz bietet und einen echten Ohrwurm nachlegt. Es reißt auch wirklich nicht ab mit der schmackhaften, sich festsetzenden Großartigkeit, die das Proberaum-Feeling so perfekt auf frische Rock-Musik münzt und dabei stets ein Auge auf ausgeklügelte Harmonien richtet.

Einzig die ganzen „Nanananaaa“- und „Wohohooo“-Chöre nerven nach einer gewissen Zeit nicht unwesentlich. Vielleicht gehört das auch zum losgelösten Stimmungsbild aus Rock und Spaß-Faktor, doch das geht auch weniger beißend. Ein würdiger Nachfolger für das Aufsehen erregende Zweitwerk der Schotten ist es aber trotzdem geworden, denn 41 Minuten auf einem hohen Energie-Level und feingliedrige Arrangements, die sich aus den pulsierenden Rock-Monstern erheben, lassen einen nach wie vor viel Freude an Sons And Daughters haben.

Anspieltipps:

  • Split Lips
  • The Nest
  • Flags
  • Iodine

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