Shelby Lynne - Just A Little Lovin´ - Cover
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Shelby Lynne Just A Little Lovin´


  • Label: Lost Highway/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Country, Americana, Roots-Rock, Singer/Songwriter, Blues, Pop – in annähernd 20 Karrierejahren kommt stilistisch so einiges zusammen, wenn man sich durch die Alben der 39jährigen Sängerin aus Alabama hört. Da stoßen selbst große Majorlabels an ihre Grenzen und schmeißen das Handtuch, weil sie nicht wissen, wie sie den neuesten musikalischen Hakenschlag von Shelby Lynne vermarkten sollen.

Inzwischen hat Shelby alle Big Player der Branche durch und ist beim Lost-Highway-Label in Nashville gelandet, wo u.a. Ryan Adams, Willie Nelson, Mary Gauthier, Donavon Frankenreiter und Lucinda Williams unter Vertrag stehen. Über das auf Americana spezialisierte Label bringt sie ihr zwölftes Studioalbum „Just A Little Lovin’“ in die Läden, das bereits zu ihrer Zeit bei Capitol/EMI Records Gestalt annahm. Damals schlug Shelby Lynne einem A&R-Mann der Plattenfirma vor, ein Album mit Coverversionen von Dusty-Springfield-Songs aufzunehmen. Die Idee gefiel dem Manager, doch als das Album im Januar 2007 fertig war, war der Vertrag mit Capitol/EMI erloschen. Die Verantwortlichen von Lost Highway schlugen zu und sicherten sich eine der charismatischsten Künstlerinnen Amerikas, die ganz nebenbei eines ihrer besten Alben im Gepäck mitbrachte.

Die vier Jahre ältere Schwester von Allison Moorer (auch Sängerin, verheiratet mit dem Alternative-Country-Musiker Steve Earle) hat für „Just A Little Lovin’“ nichts dem Zufall überlassen. So stand mit Phil Ramone als Produzent der Mann hinter den Reglern, der bereits vor 40 Jahren mit Dusty Springfield im Studio arbeitete und Produktionen mit Frank Sinatra, Paul Simon und Barbra Streisand aufzuweisen hat. Dazu wurde noch Al Schmitt als Toningenieur verpflichtet. Schmitt gewann bis dato 15 Grammys und arbeitete u.a. mit Diana Krall, Ray Charles und Henri Mancini. Dieses Dreamteam spielte zehn minimalistische Songs ein – darunter eine Eigenkomposition Lynnes.

Der Sound ist wie zu erwarten wunderbar warm und auf Jazz-Niveau. Von 60er-Jahre-Pomp und Pseudo-Dramatik ist dabei nichts zu hören. Abgespeckte Arrangements und die eindringliche Stimme der Enddreißigerin stehen im Vordergrund und dominieren die Songs, denen Sixities Pop und Glamour auf geniale Weise ausgetrieben wurden. So lassen sich Klassiker wie „You don’t have to say you love me“, „The look of love” oder „I only want to be with you“ auf ganz neue Art entdecken. Das Schöne daran: Die gecoverten Stücke klingen, als hätten sie vorher nie anders geklungen. Sie belegen, dass die Kunst des Nachspielens durchaus hochinteressante Ergebnisse zutage fördern kann.

Anspieltipps:

  • Breakfast in bed
  • Anyone who had a heart
  • Willie and Laura Mae Jones
  • You don’t have to say you love me
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