Stereoside - So Long - Cover
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Stereoside So Long


  • Label: Bieler Bros/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Es war einmal eine Alternative-Rock-Band namens Creed. Sie existierte keine zehn Jahre (1995-2004), in denen sie drei Studioalben veröffentlichte, die ein gutes Dutzend Hit-Singles abwarfen. Zusammen verkauften Creed an die 30 Millionen Tonträger und gelten noch heute als Vorzeigebeispiel für melodiösen Hardrock mit Grunge-Wurzeln. Seitdem balgen sich jedes Jahr aufs Neue Bands um den verwaisten Alternative-Rock-Thron, den noch am ehesten Nickelback einnehmen könnten. Die Kanadier erholen sich gerade von einer ewig langen Tournee, während ihr weiterhin aktuelles Studioalbum „All The Right Reasons“ (09/2005) seit nunmehr 120 Wochen (!) und nach über sieben Millionen verkauften Einheiten noch immer in den Top 200 Billboard Charts verweilt.

Wer nutzt die Lücke, bis Nickelback auf die Bildfläche zurückkehren? Vielleicht Hinder? Nicht wirklich. Und Daughtry ganz bestimmt nicht. Die gecastete Band um „American Idol“-Teilnehmer Chris Daughtry stellte sich trotz drei Millionen verkaufter Alben als One-Hit-Wonder heraus und andere Rock-Gruppen mit kommerziellen Chancen sind derzeit rar. Selbst die ehemaligen Post-Grunge-Lieblinge Puddle Of Mudd (ein Signing von Limp-Bizkit-Boss Fred Durst auf dessen Flawless Label) legten mit ihrem aktuellen Werk „Famous“ einen künstlerischen Totalausfall aufs Parkett, von den Verkaufszahlen ganz zu schweigen. Diese sind ganz allgemein auch in den USA schwer eingebrochen. Das bestverkaufte Album des Jahres 2007 erreichte noch nicht mal vier Millionen Einheiten. Ein echtes Trauerspiel.

Gute Chancen für den Nachwuchs, etwas vom begehrten Hitparaden-Kuchen abzubekommen. Denn inzwischen reichen nur einige Tausend verkaufte CDs, um die Charts zu entern. Und mit Stereoside aus Ocala, Florida trat im August 2007 eine Band auf dem feinen Indie-Label Bieler Bros. an, um für Furore auf dem Alternative-Markt zu sorgen. Die Herren Jeff Shields (Gesang), David Oliver (Bass), Chris York (Drums) und Ben Foster (Gitarre) besitzen nämlich das Talent, eingängige Songs auf Augenhöhe von Creed und Nickelback zu schreiben, die mit Hooks, Riffs und Melodien überzeugen. Besonderen Tiefgang sollte der Hörer zwar nicht erwarten, aber allein die Kombination aus dem herausragenden Sänger Jeff Shields (große Klasse!), der vor zwei Jahren einen gewissen Eddie Sweeney am Mikrophon von Stereoside ablöste, und den aus Creed-Pathos („Little pill“), Nickelback-Testosteron („Too high“), einer guten Portion Humor und einer sympathischen „sich nicht immer so ernst nehmen“-Attitüde („On our way“) bestehenden Songs, führt zu einem Album, das für viel gute Laune sorgt und den Hörer unbeschwert abrocken lässt.

Anspieltipps:

  • Sinner
  • So long
  • On our way
  • Always remember
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