Faceshift - Reconcile - Cover
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Faceshift Reconcile


  • Label: Sound Pollution
  • Laufzeit: 50 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Gerade erst haben Misery Speaks es geschafft den überladenen Metal-Markt mit einer überdurchschnittlichen Platte zu befriedigen, da kommt auch schon die nächste Band, die eben diese Hörer zu ihrer Zielgruppe zählt. Diesmal sind es aber keine Deutschen, sondern die Wikinger „themselves“, die Schweden. Faceshift nennt sich die skandinavische Kombo, die großteils aus „der Asche der Band Eternal Oath wiederauferstanden“ sind. Bestehen tut diese neue/alte Band nun aus Sänger Timo Hovinen, den Gitarristen Peter Nagy-Eklof und Petri Tarvainen, Stefan Norgren am Schlagzeug und Bassist Peter Wendin.

War die Band Eternal Oath noch eine Death Metal Band ist der Sprung auf den Heavy Metal als melodischer Sprung zu verstehen. Der neue Sänger Timo ist vom Stil ist von der ersten Sekunde gut erkennbar auch alles andere als ein Shouter. Die Frage ist welche Qualität diese Band im neuen Genre vorweisen kann. Die Truppe selbst ist zuversichtlich, da man schon länger an melodischeren Sachen gearbeitet habe, doch wie sieht das in der Praxis aus?

Der Beginn mit „Reality/Fatality“ ist durchaus überzeugend. Abwechslungsreiche und ansprechnde Riffs jagen sich, während der Gesang das Puzzle komplettiert. Bei Letzterem liegt dann allerdings die Crux. Es kann ja gut sein, dass die Mitglieder Faceshifts von ihrem Sänger begeistert sind, aber so stabil und solide der erste Track auch ist, ist die Stimme doch irgendwie einfach nur gewöhnlich. Das ist an sich kein Beinbruch, da ja nicht jeder eine weltklasse Stimme haben kann, aber was wenn nun die instrumentale Qualität ablässt? „My Own Demise“ ist ein zu lang geratener Brocken ohne große Haken oder einprägende Rhythmen, sodass es hier am Sänger läge etwas zu retten, doch dazu ist Timo Hovinen bei allem Einsatz nicht in der Lage. Spätestens beim beinahe pop-rockigen „Self Appointed Victim“ muss der Hörer bei größter Bewunderung für die Band zugeben, dass der gte Sänger sich doch immer recht gleich anhört. Haben also alle Songs dieselbe Botschaft oder läuft da etwas nicht ganz so wie es soll.

Und jetzt ist erst der Trott richtig drin! Leider versinkt das Album für die nächsten Lieder in der absoluten Eintönigkeit und Bedeutungslosigkeit, bis es sich bei „Chokehold“ wenigstens ein bisschen fängt. Genau wie bei Titeltrack „Reconcile“ wird zumindest das Tempo erhöht, womit sich die Songs irgendwie voneinander unterscheiden. „Greater Than I“ ist bandintern sogar ein kleiner Quantensprung in Sachen Qualität und überzeugt mit Struktur. Nur der schwache Gesang von Hovinen raubt einem den Nerv. Erwartet man jetzt noch einen rettenden Schlussspurt, wird man arg enttäuscht. Vergleiche mit Cinema Bizare (!) kommen teilweise auf (“Bound”), nur das Wave Element fehlt, wobei das Keyboard sich alle Mühe gibt. Das Pop-Element hat sich zwar noch nicht konsequent durchgesetzt, aber vom angesprochenen Heavy Metal muss man sich wohl doch distanzieren.

Faceshift bringen einen belanglosen Beitrag für die „Gothic-Rock“-Sparte auf den Markt. Keine Melodien, die dem Ohr erhalten bleiben und keine Stimme, die den Fan zum Kreischen bringt. Zwar beliefern die fünf Schweden jetzt keinen überquellenden Markt mehr, dafür einen sterbenden. Und gerade dort sollte man mit etwas glänzen können. Paradebeispiel Evanescence können zumindest mit Goldkehlchen Amy Lynne „Lee“ Hartzler aufwarten.

Anspieltipps:

  • Reality/Fatality
  • Greater Than I

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