Chip Hanna And The Berlin Three - Old South Jamboree - Cover
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Chip Hanna And The Berlin Three Old South Jamboree


  • Label: People Like You/SPV
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Was treibt eine Band dazu ausgerechnet in Berlin dem Country zu frönen? Ach was soll’s! Bei The Bosshoss ist es ja nicht anders. Es gibt hier und da wohl doch immer noch den ein oder anderen Musiker, der Hymnen des fernen Westens immer noch in sich hat. Zu jenen gehört auch Chip Hanna, der mit seiner Gefolgschaft The Berlin Three die Füße in sämtlichen Haushalten zum Stampfen bringen will.

Neugierig ist man ja schon, wenn ein offizieller Punk, in der Kindheit aber durch Country geprägt, mit ein paar Kumpels ein eben solches Album aufnehmen will, wie man es in den USA auch heute noch gerne hört. Chip Hanna oder The Bosshoss sind in unserem Alltag ja eher Ausnahmen und Wilco, die früher durchaus vom Country geleitet wurden haben inzwischen ihren ganz eigenen Stil. Von Punk ist da keine Spur mehr und der Rock bemüht sich teilweise nur noch in die Musik hinein. Nach kurzer Aufnahmephase und anschließender Bearbeitung sind die vierzehn, meist recht kurzen Songs nun auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Zumeist schneller Rhythmus, von Schlagzeuger Andy Laaf, der genretypisch das Tempo vorlegt, leicht knarrige, aber doch melodische Gitarren. Willkommen in der weiten Prärie. Das Problem ist, dass das Album ein wenig sehr homogen geraten ist. Ist der Einstieg mit „Beetle Boot“, „Light A Fire“ und „Jesus Ain’t Gone“ noch abwechslungsreich, hängt ein „Carson Road“ ein wenig in der Luft. Das Tempo wird durch „Beer Drinkin’ Woman“ zwar erhöht, aber an und für sich ähneln sich die Kompositionen irgendwie, bis das erlösende „Interstate 10“ vorprescht und mit wirklich neuer Melodie auftrumpfen kann. Auch anschließend kommen Songs, die zwar stereotypisch wirken, aber den Fuß in Bewegung setzen. Ein „Party Line“ regt durch sein verspieltes Ende zum Schmunzeln an, wäre vielleicht auch ein guter Abschluss gewesen. Der Titel „One More Song“ lässt auch vermuten, dass es hier enden könnte. Leider ist der schnelle Song, aber nur Durchschnittsware, die sich nicht wirklich absetzen kann. „Barrel Of My Gun“ spiegelt den gemächlichen Ritt in den Sonnenuntergang wieder. Auch nett, aber ein „Live“-Ende wie es Party Line vormacht wäre wünschenswerter gewesen.

Ohne Zweifel merkt man, dass Chip Hanna und seine Jungs wissen was sie tun, nur fällt es ihnen schwer, die sowieso aussterbende Musikrichtung so zu präsentieren, dass das Album den Hörer vollends fesselt. Die Ansätze sind durchaus vorhanden und für Countryfans dürfte es erfreulich sein, dass immer mal wieder etwas Neues auf dem Markt ist, aber leider fehlt öfters die Konsequenz. So bleibt „Old South Hamboree“ eher eine nette Homage an seine Heimat und seine Wurzeln, aber kein Stück Musik, was einen weiterbringt.

Anspieltipps:

  • Jesus Ain’t Gone
  • Beer Drinkin’ Woman
  • Interstate 10
  • Party Line

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