Sascha Funke - Mango - Cover
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Sascha Funke Mango


  • Label: BPitch Control/Rough Trade
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem Mauerfall beschäftigt sich Sascha Funke zuerst mit den zu der Zeit vorherrschenden Euro-Dance-Formaten, bevor er zum ebenfalls aufstrebenden Techno kommt und erste Parties in Ostberliner Jugendclubs organisiert. Seine Leidenschaft für elektronische Tanzmusik schlägt hohe Wellen und es folgt der von vielen DJ´s bekannte Verlauf, selbst Musik zu kreieren. Mit seinem späteren Label-Kollegen von BPitch Control, Paul Kalkbrenner, erschafft er sein erstes eigenes Studio. Mit der Zeit wird die Herangehensweise professioneller, das Equipment teurer und der Name des Berliners zu einem Inbegriff für anspruchsvollen Techno. Das beweist auch Sascha Funkes Debütalbum „Bravo“, zu dem nun das Folgewerk in die Läden kommt.

Wie bei einem gelungenen DJ-Set wächst der Sound auf „Mango“ langsam und erstrahlt beim Opener zunächst mit ruhigen, flächigen Sounds, die es sich gleich in den Ohren gemütlich machen und eine erhabene Atmosphäre schaffen, die vom Gitarrenspiel des Gastmusikers TimTim eingerahmt wird. Zusammen mit hymnischen Synthesizer-Einsätzen ist der rhythmische, klare Gitarrensound eine perfekte Erweiterung der warmen, elektronischen Grundlage. Das Tempo zieht im Laufe des Songs etwas an, doch auch wenn das Hauptaugenmerk dieser Scheibe auf Techno liegt, ist der Ansatz eher im Ambient zu finden, so dass die Scheibe durchaus auch für den Wohnzimmer-Einsatz zu empfehlen ist.

Die Mischung aus ruhigen Breaks und beatlastigen, treibenden Passagen ist sehr durchdacht gewählt, was die Ausstrahlung in der Gesamtheit auf ein hohes Niveau hebt. Dazu tragen Piano-Einsätze, die selten, aber dafür umso markanter aufspielende Gitarre sowie pulsierende Beats bei. Auch beim kompromisslosen Club-Hit „Lotre (Mehr Fleisch)“, der durch fordernde Basslines und psychedelische Acid-Sounds keine Gefangenen macht, ist die Herzlichkeit zu spüren, die Sascha Funke in seine Musik legt. Organisch klingende Drums lockern hier die nach vorn preschende Machart auf und lassen selbst in diesem Club-Manifest keinen Gedanken an seelenlose Großraum-Techno-Karikaturen aufkommen. So setzen BPitch Control auch mit „Mango“ ihre Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld zwischen Electro und Pop-Individualismus mit Weitblick fort.

Anspieltipps:

  • Mango
  • Take A Chance With Me
  • Lotre (Mehr Fleisch)
  • Chemin Des Figons
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    8/10

    Self Mythology
    • 2016    
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