Sheryl Crow - Detours - Cover
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Sheryl Crow Detours


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Weder die poppigen, noch die ruhigeren Titel entfalten auf Dauer Nachhaltigkeit.

Mit dem durchwachsenen Album „Wildflower” (09/2005) meldete sich Sheryl Crow nach dreijähriger Plattenpause im Musikzirkus zurück. Das Werk war ein Spiegelbild des unruhigen Lebens der Sängerin und Songschreiberin, die nur noch im Schlepptau ihres damaligen Lebensgefährten, dem (inzwischen) Ex-Radrennfahrer Lance Armstrong, aufzutauchen schien, mit dem sie von Oktober 2003 bis Januar 2006 liiert war. Doch kaum war das Kapitel Armstrong beendet, musste sich Crow einer Brustkrebsoperation unterziehen. Ein harter Schlag folgte auf den nächsten.

Inzwischen ist Sheryl Crow wieder etwas zur Ruhe gekommen und es wird Zeit, das Erlebte zu reflektieren. Dazu holte sich die 46-Jährige sicher etwas überraschend Ur-Produzent Bill Bottrell (Five For Fighting, Shelby Lynne, Madonna) ins Studio, mit dem sie vor gut 15 Jahren ihr offizielles Debütalbum „Tuesday Night Music Club” aufnahm. Und man spürt sofort, dass das Duo zurück in das angestammte Fahrwasser möchte, denn Titel wie „Gasoline“ und „Motivation“ setzen den groovigen Sound und den erzählerischen Sprechgesang von „All I wanna do“ fort, während introvertierte Songs wie „Lullaby for Wyatt“ sich dem Adoptivsohn und „Make it go away” dem besiegten Krebsleiden widmen.

Aber auch Herr Armstrong bekommt in Stücken wie „Diamond ring“ („We made love all day / In our little hide away / But I blew up our love nest / By making one litte request / Diamand ring don’t mean anything”) und „Now that you’re gone („Cause now that you’re gone I am free. Now that you’re gone I can breathe”) sein Fett weg. Und der amerikanische Noch-Präsident darf gleich beim Opener „God bless this mess” voll in Deckung gehen. Inhaltlich ist „Detours“ also durchaus brisant. Musikalisch wirkt das Album dagegen bisweilen etwas zäh. Wer z.B. echte Hitmelodien, die das sommerlich-leichte „C’mon, C’mon“ (04/2002) auszeichneten, oder reinrassige Singer/Songwriter-Elemente wie auf „The Globe Sessions” (1998) erwartet, wird mit dem vorliegenden Album etwas enttäuscht werden. Zwar verpackte Bill Bottrell die 14 Tracks in einen tollen, warm-differenzierten Sound, doch nur selten können die Kompositionen richtig berühren. Weder die poppigen, noch die ruhigeren Titel entfalten auf Dauer diese Nachhaltigkeit, die ein leicht überdurchschnittliches Album von einem richtig guten unterscheidet, auch wenn sich Sheryl Crow z.B. in einem Song wie „Diamond ring“ die Seele aus dem Leib singt.

Anspieltipps:

  • Detours
  • Motivation
  • Out of our heads
  • Shine over Babylon
  • God bless this mess
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