Janet Jackson - Discipline - Cover
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Janet Jackson Discipline


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt sogar Songs mit Hitpotenzial. Mensch, was werden die sich bei Virgin Records ärgern…

Nachdem Janet Jacksons 80 Millionen Dollar schwerer Plattenvertrag mit Virgin/EMI nach ewiglanger Zeit (13 Jahre!) und mehr als 130 Millionen verkauften Tonträgern nicht verlängert wurde, war auch für die 41-Jährige klar, dass sie etwas ändern musste. Die Leute hatten endgültig genug von halbgaren Alben, die aus unfassbar schlechten Songs und dümmlichem Sex-Gestöhne bestanden.

Auch das letzte Werk „20 Y.O.“ (2006) konnte nicht mehr genügend Boden gutmachen, um die Ehe mit Virgin zu kitten. Mit fliegenden Fahnen wechselte Janet im vergangenen Jahr zum Label Island Records (Universal), das schon für Mariah Carey nach ihrer Flucht von Sony Music ein ideales Auffangbecken war. Und vielleicht läuft die Renaissance für Janet ähnlich erfolgreich ab wie für Mariah. Denn ihr neues Album „Discipline“ hat – man kann es kaum glauben! – endlich wieder richtig gute Songs an Bord und das autobiographisch vertonte Ausleben sexueller Phantasien auf ein Minimum reduziert. Die altbackenen R&B-Zöpfe der vorangegangenen Alben wurde unter Federführung ihres Label-Bosses Antonia L.A. Reid radikal abgeschnitten und mit der Hilfe von Songschreibern und Produzenten wie Ne-Yo, Jermaine Dupri und Rodney Jerkins auf modern gebürstet.

Abgesehen von acht unnötig verspielten Interludes ist „Discipline“ ein in der Tat sehr, ähem, diszipliniertes Album, bei dem sich Janet Jackson auf ihre Stärken besinnt. Angefangen bei der tanzbaren Single „Feedback“ (die sich ganz Janet-like mit sexuellen Spannungen befasst), über das entspannt bollernde „Rollercoaster“ (das von körperlicher Erregung handelt) – beide Titel stammen von Rodney Jerkins – bis hin zu glasklaren Ohrwürmern wie „Never letchu go“, „Greatest X“ und „The 1 – Featuring Missy Elliott“, die man Frau Jackson gar nicht mehr zugetraut hätte, ist die 14 Songs starke Scheibe ein unerwartet solides Comeback. Da werden sogar Parallelen zu Britney Spears‘ „Blackout“-Album hörbar („2Nite“, „So much betta“), das ähnlich modern produziert wurde, während Balladenfreunde angenehm kurz gehalten werden („Can’t be good“), wobei „Curtains“ und der Titeltrack „Discipline“ die einzigen Geschlechtsverkehrsanreger sind.

Auch wenn „Discipline“ nicht die Hitdichte von „janet.“ (1993) besitzt, stellt das Album das beste Werk seit dem Millionenseller aus den 90er Jahren dar. Die Platte klingt zeitgemäß, homogen und wie aus einem Guss. Es gibt sogar Songs mit Hitpotenzial. Mensch, was werden die sich bei Virgin Records ärgern…

Anspieltipps:

  • 2Nite
  • The 1
  • Feedback
  • Greatest X
  • Rollercoaster
  • So much betta
  • Never letchu go
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