Flogging Molly - Float - Cover
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Flogging Molly Float


  • Label: Side One Dummy/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Willkommen in Irland“ heißt es auch auf Flogging Mollys viertem Album.

Ein paar Takte und sofort schießen einem Bilder von saftigen, grünen Wiesen, flauschigen Schafen und gut gefüllten Pubs in den Kopf. „Willkommen in Irland“ heißt es demzufolge auch auf Flogging Mollys viertem Album „Float“, für das sich die siebenköpfige Truppe eine Pause von vier Jahren genommen hat um es fertig zu stellen. Doch obwohl seit „Within a mile of home“ (09/2004) viel Zeit vergangen ist, die lediglich mit der Live- und Akustiksongzusammenstellung „Whiskey on a sunday“ (07/2006) überbrückt wurde, so ist es doch erstaunlich wie unbeschwert Dave King (Gesang, Gitarre, Bodhran), Dennis Casey (Gitarre), Bob Schwindt (Mandoline, Banjo), Bridget Regan (Fidel, Flöte), Matt Hensley (Akkordeon), Nathen Maxwell (Bass) und George Schwindt (Schlagzeug) im Opener „Requiem for a dying song“ den Anschluss an ihr mit irischer Folklore angereichertes und zudem rockendes Werk finden und nahezu leichtfüßig jeglichen Erfolgsdruck von sich weisen.

Die sorgsam aufgebaute Stimmung wird durch das anschließende „Paddy´s lament“ noch verstärkt, während das melancholische „Float“ das Tempo drosselt und in seiner Struktur und Einbettung folkloristischer Instrumente mehr an ein altes irisches Traditional erinnert als an einen Song aus der Feder einer Punkrock-Band. Mit „You won´t make a fool out of me“ leiten Flogging Molly dann den promilleträchtigen und substantiell äußerst schwachen Teil der Platte ein, denn nicht nur dass „Lightning storm“ im Gegensatz zum vorangegangenen Track kaum variiert wird, auch die Verwendung von Flöte und Fidel verkommt, wie später ebenfalls in „Between a man and a woman“ und „On the back of a broken dream“ hörbar, zu einer klischeehaften und durch die gleichbleibende Verwendung dieser zu einer regelrecht nervigen Angelegenheit.

Zu einem gewissen Ausmaß kann der wohl beste Song der Platte namens „Punch drunk grinning soul“ noch die Kohlen aus dem Feuer holen, das mit „Us of lesser gods“ allerdings gleich im Anschluss wieder schunkelnde und heitere Bierzeltstimmung herrscht, drückt die Freude dann doch enorm. Als Abschluss präsentiert das Septett mit „Man with no country“ eine kräftig rockende Abreibung, die zwar keine Glanztat im Schaffen der Band darstellt, aber zumindest ambitionierter als der Großteil auf Album Nummer 4 ist, bis „The story so far“ einen nachdenklichen Schlusspunkt setzt und dem allzu fröhlichen Treiben ein Ende bereitet. Eigentlich schade, dass „Float“ alles in allem aufgrund rar gesäter, frischer Ideen und sich wiederholenden Strukturen platt und zu stark auf kommerziellen Erfolg gebürstet wirkt, der zumindest schon mit einem vierten Platz in den Billboard Charts gewürdigt wurde, denn von einer solch inspirierenden Band wie Flogging Molly hätte man eigentlich mehr erwarten können.

Anspieltipps:

  • Float
  • Paddy´s Lament
  • The Story So Far
  • Punch Drunk Grinning Soul

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