Zascha Moktan - The Bottom Line - Cover
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Zascha Moktan The Bottom Line


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Würde man sich „The Bottom Line“ ohne jegliche Zusatzinfos anhören, fast könnte man meinen das nächste große Ding aus den Staaten vor sich zu haben. Doch weit gefehlt, Zascha wurde als Halbdeutsche in Nepal geboren und kam über den Umweg Großbritannien zu uns in die Bundesrepublik. Bei den Amerikanern hat die schöne Kosmopolitin trotzdem mächtig Eindruck gemacht. So jammte sie schon mit Avantgarde-Violinist Nigel Kennedy und tourte mit Soul-Größen wie Alicia Keys oder John Legend durch das Land. Und das alles bevor auch nur einer ihrer Songs auf dem Markt war! Letztes Jahr nahm sich mit Universal ein großes Label der Künstlerin an und verschaffte ihr endlich angemessene Aufmerksamkeit in den Medien.

Angemessen deshalb, weil sich Zaschas Debütalbum „The Bottom Line“ wirklich nicht vor der Konkurrenz verstecken muss, national wie international. Geboten wird ein buntes musikalisches Potpourri aus R’n’B, Pop und Blues, wobei der gute alte Motown-Soul wohl der kleinste gemeinsame Nenner aller Songs ist. Besonders deutlich wird das in der neuen Single „Like U Do“, die mit ihrem prägnanten Bass und den wunderbar arrangierten Backing Vocals ohne Probleme auch auf einem Album der Supremes stehen könnte. Auch das aus dem Radio hinlänglich bekannte „Ouch!“ versprüht mit der groovenden Orgel und den Bläser-Sätzen wohligen Oldschool-Charme.

Wie beim Soul üblich, so richtig brillieren darf Zascha bei den Balladen. Zerbrechlich oder wuchtig, mit ihrem beeindruckendem Organ schafft sie es auch den langsamen Songs Leben einzuhauchen. Trotzdem muss sie in dieser Region aufpassen, manchmal überschreitet sie ein wenig die Kitschgrenze. „Must Have Been An Angel“ groovt zum Beispiel in den Strophen ganz nett, der Chorus könnte aber von jeder 08/15-Chartlangweilerin sein. Ein wenig zu trivial geht es manchmal in Uptempo-Popnummern wie „Sing Me A Song“ zu. Auch hier macht der etwas zu glatte Refrain den ansonsten positiven Gesamteindruck von Strophe und Bridge etwas kaputt.

Besser macht es da „I Need A Man“, dass nach einem gemächlichem Country-Intro (komplett mit Banjo) mit einem ordentlichem Drive überrascht. Der Abschluss „My Way“ ist ein Musterbeispiel für eine gelungene Ballade. So bleibt als abschließendes Urteil nur zu sagen: Trotz einiger kleiner Schnitzer ist „The Bottom Line“ ein sehr, sehr gutes Debüt. Was man Zascha Moktan vor allem zugute halten muss, dass sie noch eine wirkliche Musikerin ist, die selber an ihren Songs mitwerkelt. Allein dadurch macht das Album Spaß.

Anspieltipps:

  • Ouch!
  • Like U Do
  • I Need A Man

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