Cavalera Conspiracy - Inflikted - Cover
Große Ansicht

Cavalera Conspiracy Inflikted


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Cavalera Conspiracy versprühen einen ähnlichen Charme wie die ungarischen Ektomorf, jedoch fehlt dem brasilianischen Gespann die Würze folkloristischer Elemente.

Wer Max und Iggor (auf besonderen Wunsch jetzt mit zwei „g“) Cavalera sind und was sie mit Sepultura (gemeinsam bis zu ihrem Ausstieg 1996) und Soulfly (nur Max alleine) geschaffen und erreicht haben, braucht hier wohl nicht näher erläutert zu werden. Wichtig ist nur, dass sich die zwei brasilianischen Musiker nach fast zehn Jahren Funkstille zur Cavalera Conspiracy zusammengeschlossen haben um der Welt erneut zu zeigen, wozu die Beiden im Stande sind. Nun ja, zumindest ansatzweise, denn was das Debüt „Inflikted“ über weite Strecken vermisst, ist Originalität und Einfallsreichtum.

„Es ist nicht leicht mich zu kontaktieren, wenn ich auf Tour bin. Iggor hat sich trotzdem die Mühe gemacht. Er hat den ersten Schritt getan und viel Mut dabei bewiesen, seinen falschen Stolz zu begraben. Es kostet eine Menge Überwindung, über den eigenen Schatten zu springen und um Vergebung zu bitten – besonders wenn soviel Scheiße in der Vergangenheit passiert ist“ erklärt Max über die Reunion der Cavalera-Brüder. Gemeinsam mit Joe Duplantier (Gojira) am Bass und Mark Rizzo (Soulfly) an der Gitarre regiert auf der trauten Zusammenkunft von Max (Gesang, Gitarre) und Iggor (Schlagzeug, Perkussion) wie erwartet vorrangig der Dampfhammer. Das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits knallen die Hochgeschwindigkeits-Tracks ordentlich in die Rübe, andererseits entdeckt der jahrelange Thrash Metal-Fan in diesen Stücken nur bruchstückhaft neue Ideen.

Bei den im mittleren Tempo verankerten Nummern hingegen groovt es zwar höllisch an allen Ecken und Enden, dafür macht sich durch fehlende Abwechslung schnell Langeweile breit. Mehr Details wie die wunderbar eingefangene Trommel-Darbietung zu Beginn von „Terrorize“ wären jedenfalls nicht verkehrt gewesen. Die strikte Formel, je kürzer der Song, desto brutaler und schneller wird in die Instrumente gedroschen (einzig „The doom of all fires“ widersetzt sich dieser Regel, dafür stolpert Max über sinnleere Phrasen wie „Inflikted, Inflikted / Motherfucking wicked“), stellt sich ebenfalls als negativer Aspekt dar, da die Highspeed-Tracks dafür mit 0815-Lyrik der Marke „Ich bin so angefressen auf den Staat und die Gesellschaft“ und Thrash Metal von der Stange wie in „Nevertrust“ versetzt werden.

Zwar versprüht die Cavalera Conspiracy einen ähnlichen Charme wie die ungarischen Ektomorf, jedoch fehlt dem brasilianischen Gespann die Würze folkloristischer Elemente. Dafür kann man sich an den dargebotenen Solos, die meist nach einer immer gleich klingenden Überleitung in einen temporeicheren Part angeschlagen werden, kaum satt hören. Wer sich also von den oben genannten Mängeln nicht stören lässt und Max und Iggor endlich wieder auf musikalischer Ebene erleben will, der sollte bei „Inflikted“ zugreifen.

Anspieltipps:

  • Inflikted
  • Terrorize
  • Black Ark

Neue Kritiken im Genre „Thrash Metal“
7/10

Seasons Of The Black
  • 2017    
6/10

The Devil Strikes Again
  • 2016    
Diskutiere über „Cavalera Conspiracy“
comments powered by Disqus