Moby - Last Night - Cover
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Moby Last Night


  • Label: Mute/EMI
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Last Night“ heißt Mobys neue Platte. „Last Night” soll sie auch ausdrücken. Vom Warm-Up, über den Partyhochpunkt zum Chill-Down, mit dem neuen Album will Superhirn Moby in Form einer Konzeptarbeit, eine musikalische Darstellung einer durchzechten Partynacht erzeugen. Verkürzt auf 14 Tracks in rund 60 Minuten soll, sofern der Plan aufgeht, die Gefühlslage der Vorfreude bis zum wieder runter kommen vermittelt werden. Dabei besinnt Moby sich auf seine Produzenten Wurzeln zurück, um mit Synthesizern, Drums, Raps, Klavieren und sonstigem Vierlefanz, den Plan aufgehen zu lassen. Man möge sich eine eigene Meinung darüber bilden, ob dies nun eine bahn brechende Idee ist, oder nur ein Fehlen von Kreativität für wirklich neue Ideen. Ähnliche Veröffentlichungen aus zum Beispiel der DJ oder der Clubbing-Scene, gab es diesbezüglich sicherlich bereits zu genüge.

Fangen wir mit dem Warm-Up vor der Partynacht an. Der Opener „Ooh Yeah“ könnte schon das sein, was man sich vor dem Spiegel im Badezimmer oder im Auto auf dem Weg zum Club, als Begleitmusik einlegt. Darauf folgend setzt „I Love to Move in Here“ bereits die richtige Partystimmung, mit coolen Rapparts (vor der ersten Abfuhr im Club fühlt sich jeder noch heiß), motivierendem Frauengehauche und sanften Beats. Der Countdown zum tanzen wird mit „257.zero“ eingezählt. Natürlich noch lange nicht auf dem Höhepunkt, man befindet sich ja auch erst in Lied drei, folgt der erste Hit auf „Last Night“. Bei „Everytime It’s 1989“ fühlt man regelrecht Mobys Talent für guten Rhythmus. Eingängige Synthesizer Beats und eine klangvolle und kräftige Klavierline erfüllen das, was man von einem Song der zum Tanzen anregen soll, erwarten kann.

Den ersten Drink nimmt man zum schwächeren „Live for Tomorrow“. Klar Moby hat eben an alles gedacht. Nachdem die ersten drei geexten Wodka-Bull den Körper wieder auf Trapp gebracht haben, steht da drüben ein Mädel. „Alice“ heißt es. Dem auffordernden Blick nach, nähert man sich leicht alkoholisiert unter verzerrten Beats dem Tanzobjekt. Mitten im heißen Paarungstanz schickt Moby die 419 Crew und Rapper Aynzli durch die Boxen, welche mit einigen platziert gesetzten Old-School-Lines Abwechslung hinzuführen. Kaum ist der Tanz durch einen Songwechsel beendet und „Alice“ von dannen gezogen, verfällt man in die alte Lethargie und landet zu „Hyenas“ wieder an der Bar. Nach zwei weiteren Drinks versucht einen eine französische Stimme zu umgarnen. Sie schafft es in einer ruhigen Downbeattemponummer. Plötzlich erinnert man sich wieder an „Alice“ und „I’m in Love“ motiviert durch Drang zum ruhigen Tanzen dazu, einen zweiten Versuch zu starten. Endlich wieder auf der Tanzfläche folgt Mobys aktuelle Single „Disco Lies“ und feuert den Tanzenden noch mal etwas ein. Verstärkt durch Textzeilen wie „All I needed is someone who could keep me warm at night“ scheint die Nacht mit ihr vielleicht doch noch interessant zu werden. Euphorisch und glücklich dreht man zum etwas hyperaktiven, aber dennoch sehr guten „The Stars“ etwas ab. Was soll’s, der Flirt ist eh schon in trockenen Tüchern. Geschafft und müde geht’s zum runterkommen noch einmal an die Bar. „Degenerates“, „Sweet Apocalypse“ und „Mothers of the Night“ lassen die Zeit ausklingen. Alle drei nehmen das Tempo raus, um zum Ende der Nacht zu führen. Letzt endlich war diese Nacht doch ein Erfolg. „Last Night“ setzt zum Ende eine musikalisch romantische Basis. Wenn doch nur jede Partynacht so erfolgreich wäre.

„Last Night“ ist kein Toptitel der Dancefloor-Scene. Aber einige Songs wie„Alice“, „Everytime it’s 1989“ oder „Disco Lies“ sind einfach klasse, da sie sehr gut zusammengesetzt sind und damit dick unterstreichen, dass Moby eben doch einer der größeren ist. Dazu ist die Setlist intelligent gewählt und könnte wirklich die der letzten Nacht sein. Mobys Plan geht, wenn auch mit Einschränkungen, keines der ruhigen Lieder kommt an Branchengrößen wie die der neuen The-Orb-Platte nicht ran, relativ gut auf. Mal gespannt was er fürs nächste Mal aus dem Hut zaubert.

Anspieltipps:

  • Everytime it’s 1989
  • Alice
  • Disco Lies

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