Northern Lite - Super Black - Cover
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Northern Lite Super Black


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Erfurter von Northern Lite führen nicht nur das Label 1st Decade, sondern sind auch vom lokalen Geheimtipp zum international gefeierten Act aufgestiegen. Sie vermischen dabei Electro-Pop, der auch manchmal in Techno-Regionen Einzug hält und Rock´n´Roll. Mit den Alben „Reach The Sun“ und „Temper“ sowie der Neuauflage des Queens Of The Stone Age-Songs „Go With The Flow“ werden die Herren mehr und mehr erhört, was sogar den legendären John Peel im Auftrag von BBC Radio1 auf den Plan rief. Nicht nur Europa hat bei Northern Lite angebissen, auch in Japan und Brasilien spielen sie Shows und verfolgen einen Plan, der schlussendlich einfach Spaß macht. Arrangements, die man sich erarbeiten muss und dadurch Monate mit ihnen voller Entdeckungsfreude verbringt, sind nicht die Sache von Northern Lite. Da greift man schon eher beim Dancefloor-Kracher zu, dessen Haltbarkeitszeit recht unsicher ist und landet damit halt manchmal auf dem Bauch, wie man auch auf dem neuesten Werk, „Super Black“, nachhören kann.

Als Hit auf diesem Album ist gleich der zweite Song zu nennen. „Girl With A Gun“ spielt lässig mit aufblitzenden Synthesizer-Beigaben, die betont retro etwas cartoon-haftes an sich haben und im Refrain von krachigen Gitarren abgelöst werden. Diese von Northern Lite bekannte Eingängigkeit mit sich einbrennenden Melodien kommt auch bei „Different“ zum tragen, wo allerdings deutlich atmosphärischer zu Werke gegangen wird. Der zurückhaltende, organische Beat sieht sich melodiösen Gitarren und flächigen Electro-Sounds gegenüber und wird vom charismatischen Gesang in seiner Hymnenhaftigkeit bestätigt. Es darf geschwelgt werden, auch wenn das Gesamtkonstrukt auf dieser halbstündigen Promo nur unzureichend beäugt werden kann. Die Flamenco-Elemente bei „I Can´t Believe“ sind jedoch zu viel des Guten und wirken wie ein Fremdkörper, den man getrost weiterskippen kann.

Das Auf und Ab des qualitativen Ausdrucks von „Super Black“ geht weiter, denn ein mit treibendem Beat versehender Trance-Track wie „I´m So Glad“, dessen Acid-Sounds und modifizierter Gesang überaus gut ins Ohr gehen, hebt das Gefallen dieser Scheibe wieder. Wenn man aber überlegt, dass im Durchschnitt pro Song nur die Hälfte der Spielzeit auf dieser Promo-CD zu finden ist, bleibt das Urteil verhalten. Festzuhalten ist aber, dass die ewig währende Coolness der Erfurter nach längerer Zeit doch etwas überstrapaziert wird und daran auch die kompletten Songs des Endprodukts nichts ändern werden. Diese über allem schwebende Überheblichkeit funktioniert bei den schnelleren Songs noch ganz gut, erweist sich aber bei zweifelnden Tracks wie „Enough“ als Stimmungskiller, so dass „Super Black“ nur knapp über dem Durchschnitt ins Ziel geht.

Anspieltipps:

  • Girl With A Gun
  • Different
  • I´m So Glad
  • My Other Self

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