Adele - 19 - Cover
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Adele 19


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einem so starken Album sollte es Adele schaffen, den Erfolg durch den Eurotunnel auf das Festland zu transportieren.

Wahrscheinlich kann Adele die ewigen Vergleiche nicht mehr hören, für viele gilt sie aber als so etwas wie die neue Amy Winehouse. Ganz so weit her geholt ist diese Nebeneinanderstellung aber auch nicht, gerade stimmlich sind deutliche Parallelen zu erkennen und genauso wie ihre Landsfrau mischt sie alternativen Brit-Pop mit klassischem Soul. Bemerkenswert ist aber, dass Adele, wie auch im Albumtitel kenntlich gemacht, erst zarte 19 Jahre alt ist und dafür schon eine beachtliche Reife in ihrer Musik ausdrückt. Damit rückt sie auch noch ein wenig in Richtung Kate Nash, dem zweiten oft gezogenem Vergleich.

Die Karriere der jungen Sängerin begann übrigens wie heutzutage modern im Internet. Über Myspace und Konsorten sorgte Adele mit ihrer ersten Single „Hometown Glory“ in ihrem Heimatland für Furore. Verdientermaßen muss man sagen, denn der ruhige Song besticht durch wunderbar emotionales Klavierspiel und gerade zu schwelgerisch schönen Melodien. Bei der Auswahl ihrer Singles scheint sie sowieso ein glückliches Händchen zu haben. Denn auch die zweite Auskopplung „Chasing Pavements“ ist ein Paradebeispiel für einen mitreißenden Melodieaufbau. Trotz des auch eher gemäßigten Tempos entwickelt der Song eine enorme Power.

Ein Problem bei solch starken Singles ist oft, dass das restliche Liedmaterial da oft nicht mithalten kann. Und in der Tat schleicht sich mit Nummern wie „Crazy For You“ oder „First Love“ der ein oder andere Hänger ein, manchmal reicht es dann doch mit den Balladen. Zum Glück können die anderen Songs dann doch noch mit den Singles zumindest auf Augenhöhe bleiben. „Best For Last“ glänzt mit sehr kreativen Tempowechseln, der Beat von „Cold Shoulder“ geht einfach nur in die Beine.

Ungewöhnlich: Die zweite Albumhälfte stellt sich als die weitaus stärkere heraus. Das schnelle und unglaublich eingängige „Right As Rain“, die Streicher-Ballade „Make You Feel My Love“ oder dass basslastige „My Same“, sie alle zeugen von einer Musikalität, die bei einer 19-Jährigen schon fast unheimlich anmutet. Mit einem so starken Album sollte es Adele schaffen, den Erfolg durch den Eurotunnel auf das Festland zu transportieren, auch wenn hier mal kein starkes Majorlabel die Fäden zieht. Verdient wäre es.

Anspieltipps:

  • Chasing Pavements
  • Right As Rain
  • Hometown Glory

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