The Hellacopters - Head Off - Cover
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The Hellacopters Head Off


  • Label: Psychout/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„After nearly thirteen years as The Hellacopters we´re now sad to say that we are breaking up” – Das Ende einer schwedischen Rockband, die fast denselben zielstrebigen und kompakten Sound besitzt wie ihre poppigen Landeskollegen von ABBA, ist unabwendbar. The Hellacopters verabschieden sich von der musikalischen Landkarte mit einem reinen Cover-Album und gönnen sich nach über einer Dekade im Rock´n´Roll-Zirkus auf unbestimmte Dauer eine Auszeit. Trübsal wird in den Neueinspielungen verschiedenster und größtenteils ziemlich unbekannter Rotz-Rock Bands auf „Head off“, dem neuen Tanzbodenfeger aus dem hohen Norden, trotzdem nicht geblasen.

„We don´t wanna end up anymore washed-up than we already are“ erklärt hauptverantwortlicher Songschreiber, Gitarrist und Sänger Nicke Andersson, während mit dem Opener „Electrocute“ (im Original von den Demons) gleich der erste rotzfreche Garagenrocker aus den Boxen prasselt. Das anschließende „Midnight angels“, welches aus der Feder der The Peepshows stammt, erinnert sofort an die zappeligen The Caesars, die mit ihrem Hit „Jerk it out“ vor drei Jahren für Furore sorgten, bis sich „No salvation“ (The Turpentines) den rhythmischen Duktus von Iggy Pops „The passenger“ zu eigen macht und eine Zeitreise zurück in die 60er und 70er heraufbeschwört.

Nach dem simplen, aber sich seiner Wirkung stets bewussten Rock´n´Roller „I just don´t know about girls“ (Asteroid B-612) atmet „Rescue“ (Dead Moon) die Riffs von Blue Oyster Cults-Klassiker „Don´t fear the reaper“ und Handclaps verstärken die Ohrwurmqualitäten eines „Making up for the lost time“, das erstmals die amerikanische Rock´n´Soul-Truppe The Bellrays veröffentlichte, bis „Throttle bottom“ (Gaza Strippers) ein letztes Mal aufdreht um dem sehnsuchtsvollen Rausschmeißer und sogleich letzten Song auf The Hellacopters letzten Album „Darling darling“ (The Royal Cream) anzuspielen, wodurch sich sogleich gemischte Gefühle über diesen grandiosen Albumender bemerkbar machen.

Und trotzdem, neben all diesen Reminiszenzen, Parallelen und atmosphärischen Ausflügen in die Zeit als Rock noch nicht für tot erklärt wurde, bebildern die Hellacopters durch die Brille anderer Bands lediglich ihr bisheriges musikalisches Spektrum und legen so eine interessante Retrospektive ihres Schaffens vor und bestreiten diese trotzdem auf hohem Niveau. Eins muss man ihnen also lassen: Sie haben gewusst, wann es Zeit ist den Hut zu ziehen und in Würde abzutreten.

Anspieltipps:

  • Electrocute
  • No Salvation
  • Darling Darling
  • Making Up For Lost Time

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