M.I.A. - Kala - Cover
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M.I.A. Kala


  • Label: XL Recordings/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das knallbunte, in C64-Optik gehaltene Artwork macht es bereits deutlich: Auch auf M.I.A.s zweitem Album „Kala“ knarzt es an allen Ecken und Enden. Sperrig bis zum Anschlag, vollgestopft mit den abgedrehtesten Sounds und dennoch nie ohne einen gewissen Popeinschlag auskommend ist diese Platte die konsequente Weiterentwicklung von „Arular“, dem Debüt aus dem Jahre 2005.

Natürlich ist auch „Kala“ textlich wiederum explizit politisch: „Third world democracy / Yeah, I got more records than the K.G.B. / So, uh, no funny business / Some some some I some I murder / Some I some I let go“ stellt etwa „Paper Planes“ fest, während „Jimmy“, verpackt in einer unwiderstehlichen Bollywood-Melodie, „When you go Rwanda Congo / Take me on ya genocide tour / Take me on a truck to Darfur / Take me where you would go“ fordert. Zündstoff.

Neben den absolut innovativen Beats ist es vor allem auch M.I.A.s Stimme, die ihre Tracks unverwechselbar macht. Quietschig und schrill sorgt diese in Kombination mit den durchgeknallten Synthesizern für einen latent vorhandenen Nerv-Faktor, der einfach süchtig macht. Ohne die Verdienste Timbalands als großartigem Produzenten schmälern zu wollen, ist es dabei ein Glücksfall, dass dieser mit „Come Around“ nur einen Song produzieren durfte. Dieser ist ein Hit, klar, aber mehr hätte sicherlich die rücksichtslose experimentelle Machart des Albums gefährdet. Ansonsten hat M.I.A. die Produktion lieber, unterstützt von Kollegen wie Switch und Diplo, selbst übernommen.

Natürlich kann die Experimentalität der Platte unbedarfteren Hören zunächst vor den Kopf stoßen, doch letztlich ist „Kala“ all jenen zu empfehlen, die ein innovatives, Grenzen sprengendes HipHop-Album suchen, welches doch keines sein will. M.I.A. is coming back with power power!!

Anspieltipps:

  • Bamboo Banga
  • Jimmy
  • Come Around (feat. Timbaland)

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