In The Pines - In The Pines - Cover
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In The Pines In The Pines


  • Label: Arctic Rodeo Records
  • Laufzeit: 59 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die sechs Musiker der amerikanischen Band In The Pines haben sich in den Kopf gesetzt, dass sie nicht nur fast alle mitsingen, sondern auch ihren Instrumenten viel Spielraum geben: Gleich drei instrumentale Freiräume, das Intro „Good Morning, My Darling“, „The Night They Pass“ und „Grey October“, genehmigen sich die Sechs für ihre Lieblinge, wobei diese spätestens nach 2½ Minuten enden. Violine, Bratsche, Gitarre, Banjo, Bass und Schlagzeug liefern sich einen Wettkampf über 12 Tracks, den die Erstgenannten fast immer gewinnen, weil die Geigen einfach den Longplayer dominieren.

Feine Melodien werden aber leider in ziemliche Songbrocken verwandelt, fünf Songs gehen locker über sechs Minuten, die Qualität bleibt dabei hörbar auf der Strecke. Dafür muss man sich durch zu viele Geigendickichte kämpfen und der sanfte Gesang versinkt meist in dem Instrumentenpotpourri von In The Pines. Richtig zugänglich scheinen nur „Why“ und „The Handless Man“, die einen halbwegs harmonischen Songaufbau besitzen, zu sein. „Why“ verströmt ausnahmsweise anfänglich positive Stimmung, der mit melancholisch angehauchtem mehrstimmigem Gesang, endlich hörbarem Schlagzeug und konsequenter Melodieführung seine Pluspunkte sammelt, wohingegen „The Handless Man“ ein Banjo beherbergt, dass die Geigen und Drums harmonisch unterstützt und der sparsam eingesetzte und angenehme Gesang erzeugen einen radiotauglichen Song, der qualitativ herausragt.

Es ist nicht so, dass man sich das Debüt der aus Kansas stammenden Band nicht anhören könnte, ohne ein Musikstudium absolviert zu haben, sondern es fehlt ein musikalisch durchgängig roter Faden und die Violinen müssten ab und zu zurückgepfiffen werden, um den anderen Musikanteilen mehr Raum zu geben. So entstanden vornehmlich Klanggebilde, die nicht nur aufgrund ihrer Texte sehr traurige und düstere Stimmung verbreiten, doch bleiben sie bis auf die erwähnten Ausnahmen wegen ihrer mangelnden Unterscheidbarkeit nicht wirklich im Gedächtnis.

Anspieltipps:

  • Why
  • The Handless Man

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