Gary Louris - Vagabonds - Cover
Große Ansicht

Gary Louris Vagabonds


  • Label: Rykodisc/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Gary Louris (53) ist der Kopf der wunderbaren Roots-Rock- bzw. Alternative-Country-Band The Jayhawks und Mitglied der Americana-Supergroup Golden Smog, in der u.a. auch Jeff Tweedy von Wilco und Dan Murphy von Soul Asylum spielen. Doch mit diesen Engagements scheint der Sänger, Songschreiber und Gitarrist nicht ausgelastet zu sein. Denn mit „Vagabonds“ steht nun auch sein erstes Soloalbum in den Läden, für das er sich reichlich prominente Unterstützung ins Studio holte. So fungiert der The-Black-Crowes-Sänger Chris Robinson als Produzent, während Susanna Hoffs (The Bangles), Jenny Lewis (Rilo Kiley) und der Country-Barde Jonathan Rice als Background-Chor in Erscheinung treten.

Trotz des Staraufgebots lässt es Gary Louris ruhig angehen. Es gibt weder einen Duett-Hype als potenzielle Single, noch setzt sich der rockige Background eines Chris Robinson in der Produktion durch. Die zehn Songs verharren meistens im Midtempo-Bereich und vermitteln eine herrlich raue Atmosphäre. Louris bedient instrumental die komplette Americana-Palette mit Pedal Steel Guitar, Banjo, Orgel, Piano und punktiert eingesetzten E-Gitarren, die den Songs Ecken und Kanten verleihen („Omaha nights“).

Ein weiteres Highlight ist der Chorgesang oben erwähnter Protagonisten, die ergänzt um Chris Robinson, Andy Cabic, Jonathan Wilson, Farmer Dave und den Chapin Sisters als „The Laurel Canyon Family Choir“ für ganz besondere Momente sorgen („She only calls me on sundays“) und Vergleiche mit den Byrds, Eagles oder Crosby, Stills, Nash & Young durchaus zulassen („Vagabonds“, „We’ll get by“, „I wanna get high“). So muss handgemachte Musik klingen, bei der einzelne Instrumente noch herauszuhören sind und nicht in einem unerträglichen „Alle Regler nach oben“-Mix untergehen.

Jayhawks-Freunde werden mit dem vorliegenden Album sicher auf Anhieb warm. Der „ungeübte“ Hörer wird dagegen ein paar Anläufe benötigen, um die ab und zu etwas harte Schale zu knacken, unter der Gary Louris seine feinen Melodien und ausgereiften Harmoniebögen platziert hat. Doch spätestens beim Titeltrack sollte sich jeder Musikliebhaber in „Vagabonds“ verliebt haben.

Anspieltipps:

  • Vagabonds
  • Omaha nights
  • I wanna get high
  • To die a happy man

Neue Kritiken im Genre „Americana“
Diskutiere über „Gary Louris“
comments powered by Disqus