The Doors - Live In Pittsburgh 1970 - Cover
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The Doors Live In Pittsburgh 1970


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Jahr für Jahr graben die verbliebenen Doors-Musiker und ihr langjähriger Toningenieur Bruce Botnick Livemitschnitte aus den 60er und 70er Jahren aus, um die nicht aufhörende Nachfrage nach Musik von den Doors zu stillen. Besonders die letzten Auftritte Anfang der 70er Jahre mit Kult-Sänger Jim Morrison zählen zu den begehrtesten Mitschnitten der Fangemeinde, die jede angekündigte Live-CD treu-doof auf der Homepage der Doors vorbestellt, obwohl die Alben nur unwesentlich später, ganz regulär zu „vernünftigen“ Preisen in den freien Handel kommen.

Der neueste Streich aus der Doors-Live-Serie ist die Show vom 2. Mai 1970 in der Civic Arena in Pittsburgh, an der Botnick und Co. verhältnismäßig lange im Studio zu basteln hatten, weil die alten Tonbänder nicht mehr oder nur unvollständig vorlagen. Entweder hatte man diese verlegt oder gelöscht, was in den Siebzigern durchaus häufiger vorkam. Welch ein Frevel!. Aus diesem Grund mussten Teile des Schlusstracks „Light my fire“ mit Aufnahmen des Philadelphia-Konzerts aus demselben Jahr zusammengestückelt wurden, was man natürlich hört, aber unausweichlich war, wenn man das Stück in der Setlist belassen wollte.

„Live in Pittsburg 1970” ist ein Mittschnitt der letzten Doors-Tour in Originalbesetzung. Die Band stellte das vorletzte Studioalbum „Morrison Hotel“ vor, doch die Spannung resultierte nicht aus den Live-Versionen der neuen Songs, sondern aus der Frage, ob Jim Morrison einen seiner immer weniger werdenden lichten Momente erwischen oder mal wieder stinkbesoffen über die Bühne stolpern würde. Fast schon erleichtert gibt das Booklet Auskunft, dass Jim an diesem Tag „as clear as he could be“ auf die Bretter stieg und eine starke Performance ablieferte – also so gut wie es seine körperliche Verfassung zuließ bei Stimme war und die Songs nicht mit Improvisationen zerredete. Dennoch: Mit den schleppend dargebotenen „Back door man/Love hides“ starten The Doors mehr schlecht als recht in diesen Gig, der erst mit „Roadhouse blues“ aufzuleben beginnt. Aber zehn Minuten zum warm werden sind durchaus okay, oder?

The Doors präsentierten sich an diesem 2. Mai 1970 in bester Blues- und Jam-Laune. Die Songs gingen nicht selten direkt ineinander über und ehe man sich versah, war der „Mystery train“ über „Away in India“ im „Crossroads blues“ angekommen – und rund eine viertel Stunde vergangen, ohne dass es der Hörer bemerkt hat. Zwischenzeitlich scheint der gute Jim auch den einen oder anderen Schluck Whisky zu sich genommen zu haben, denn dass ein Song wie „When the music’s over“ u.a. mit improvisierten Tier- und Urwaldgeräuschen auf über 20 Minuten in die Länge gezogen wird – und Ende der Einsatz im berühmten „We want the world and we want it“-Finale etwas verhauen wird, kann auch der Doors-Komplettist nicht als normal abtun. Und damit ist auch klar, an wen sich diese Veröffentlichung richtet: An alle sammelwütigen Doors-Fans, die einfach alles von ihrer Band haben müssen – und sei es ein durchwachsener Auftritt wie der in Pittsburgh aus dem Jahr 1970.

Anspieltipps:

  • Five to one
  • Mystery train
  • Universal mind
  • When the music’s over
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