Das Bo - Dumm Aber Schlau - Cover
Große Ansicht

Das Bo Dumm Aber Schlau


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 80 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Erst das zweite Album von Das BO steht frisch in den Plattenläden. Das erscheint verrückt, spukt dieser Mann doch schon über zehn Jahre durch die deutsche Musikszene. Alleine arbeiten war aber bisher nicht so sein Ding. Daher wohl der Name „Allein“ auf der ersten LP. Jetzt wird der Hamburger schon konkreter, wenn er das Album „Dumm Aber Schlau“ betitelt und der Titeltrack dann bei „You’re My Heart, You’re My Soul“ die Leitmelodie abkupfert.So verrückt, wie sich das jetzt anhört, ist das Album letzten Endes aber nicht. Zwar wird für ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis gesorgt, denn das Album ist wirklich bis zur Grenze voll gestopft, doch viel variiert und experimentiert wird nicht. Das BO ist schlicht und ergreifend zurückgekehrt.

Der obligatorische, sich selbst ankündigende Opener beschreibt schon das übliche Gesamtbild des Albums. Jedes zweite Lied handelt von BO selbst, meist als Messias der Musik und der Gesellschaft. Ganz ehrlich: Er wird mit diesen Hymnen zu Beginn die Hallen zum Toben bringen („Was Is Los??“, „Das BO (Oh-O)“), von der Single „Dumm Aber Schlau“ wollen wir gar nicht erst anfangen. Die Tracks halten eher ein Mid-Tempo, namenhafte Gastmusiker geben sich immer mal wieder die Ehre (das ist dann für Fans immer das Schönste). Zwar lassen sich viele Elemente erkennen, was an der Vielzahl an Produzenten liegt, gleichzeitig erzeugt dies aber ein Bild des Stückwerks. Wie ein Flcikenteppich erscheint das Album phasenweise. Manchmal hält nur der Rapper selbst und das langsame Tempo den Eindruck, dass man sich auf einem Album befindet. Das muss nicht schlecht sein, durch das ewig selbe Tempo, ist es aber auch kein Pluspunkt.

Es sind auch erfreuliche Lieder wie „Fresh“ zu Stande gekommen, das besonders von Jan Delay und Samy profitiert. Auch „Over The Top“ brummt mit ordentlichen Beats voran und „Wir Woll’n Feiern (Balkanstyle)“ hält, was die Klammer verspricht. Die osteuropäische Melodie macht wach und der Song ist der mit Abstand schnellste auf dem Album. Damit es bei dem ganzen Gewummer nicht zu langweilig wird, gibt es auch die ruhigen Nummern (wie sie ja auch Sido als Chartbreaker entdeckt hat). Da wäre „Nur Fliegen“ und um bloß nicht lasch zu wirken versucht „Ich Bin Zurück (Stärker Denn Je)“ als Prison-Rocker die Mauern einzureißen.

Die zweiundzwanzig Tracks entwickeln mit der Zeit schon ihre eigenen Züge und sorgen dann doch noch für die Vielfalt, die sich Das BO wohl gewünscht hat. Bei all der Vielfalt ist wirklich das Tempo das große Manko, denn das die Texte nicht immer wirklich so etwas wie ein richtiges Niveau erreichen (teilweise aber auch sehr ansprechend sind) stört eigentlich niemanden. Schließlich ist das hier alles dumm aber schlau. Es müsste doch mehr zu diesem randvollen Album zu schreiben geben, doch ab jetzt wird es Geschmackssache. Jedem wird anhand des Textes oder eines gewissen Beats dieses oder jenes Lied besser gefallen.

Es ist nicht unmöglich, dass BO an den Erfolg der großen anschließen kann, qualitativ steht er ihnen in Nichts nach, was allerdings auch nicht wirklich schwer ist, wenn wir das letzte Bushido-Album betrachten. Eine große Auswahl hin oder her, aber Quantität siegt nicht immer über Qualität und man muss sich fragen, ob Peter Fox (und das als Side-Projekt) eine der wenigen erfreulichen Rap-Alben dieses Jahres war. Die großen, gestandenen Namen machen es sich inzwischen großteils zu leicht wie es scheint oder ist die Quelle der Inspiration versiegt?

Anspieltipps:

  • Was Is Los??
  • Nur Fliegen
  • Dumm Aber Schlau

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
Diskutiere über „Das Bo“
comments powered by Disqus